das baugerüst 4/19

...Träume – biblisch, psychologisch, pädagogisch

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Inhalt

  • Buch- und Materialhinweise

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Annika Falk-Claußen: Laßt uns groß träumen!

Wer an Träume denkt, stellt sich wohl zuerst die Nachtträume vor, die positiven, die uns im Schlaf ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Aber auch die Albträume, die uns schweißgebadet aufwachen lassen. Ein anderer denkt vielleicht an Kindertage, als man davon geträumt hat, Feuerwehrmann oder Tierärztin zu werden. Was sind eigentlich Träume? Wie grenzen sie sich von Wunschen, Sehnsuchten und Visionen ab?

Daruber habe ich mit meinem Team in unseren Redaktionssitzungen immer wieder diskutiert. Wir schwankten zwischen Nacht- und Tagträumen, zwischen Albträumen, zerbrochenen, kollektiven, idealistischen und ganz persönlichen Träumen. Träume sind sehr vielschichtig, das haben wir bei der Arbeit an diesem Heft festgestellt. Träume können ganz unterschiedlich gedeutet werden, dazu wurden zahlreiche Bucher geschrieben. An manche Nachtträume erinnern wir uns, an manche nicht. Und Tagträume wandeln sich im Laufe der Zeit. Sie sind manchmal auch sehnliche Wunsche. Auf den Traum von der großen Karriere folgt nach der Geburt eines Kindes vielleicht der Wunsch, eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein. Auf den Traum, die ganze Welt zu bereisen und viele Abenteuer zu erleben, folgt nach einer schweren Erkrankung der Wunsch, einfach gesund und glücklich zu sein.

Zwischenzeitlich haben wir uns in unseren Diskussionen gefragt, ob die Jugendlichen heutzutage uberhaupt noch Träume haben. Also haben wir Vertreter verschiedener Generationen zu Wort kommen lassen, um von ihren Träumen zu erzählen. Da ist Jana Highholder, ein modernes Gesicht des Christentums, eine junge Frau, die davon träumt, dass ihre Großeltern ihre Hochzeit miterleben durfen. Ein ganz persönlicher, sehr familiärer Traum. Oder Marlene Altenmüller, die von Neunt- und Zehntklässlern erzählt, die heutzutage nicht nur den Traumberuf Ärztin, sondern auch Influencerin und E-Sportler angeben. Da ist Raphael Fellmer, der die Menschen mit seinem Traum von einer besseren Welt mitreißen will, der sich gegen die Lebensmittelverschwendung einsetzt. Und da ist Bayerns neuer Landesjugendpfarrer Tobias Fritsche, der seinen Traum für die Zukunft der evangelischen Jugendarbeit skizziert.

Bei Träumen denkt man auch sofort an Martin Luther King, der mit seinen Worten „I have a dream” eine ganze Bewegung, ein ganzes Land geprägt hat. Der aber in seiner berühmten Rede gar nicht von seinem Traum erzählen wollte, wie Andreas Mertin in seinem Beitrag über mediale Zukunftsbilder schreibt. Weil es eine abgenutzte Phrase war. Auch in der Bibel kommen häufig Träume vor, Gottesgedanken äußern sich vor allem im Alten Testament in menschlichen Traumgedanken – diese Stellen fasst Jörg Lanckau zusammen.

In diesem Heft gibt es aber auch ganz praktische Beispiele rund um Träume, etwa die Fantasiereisen, deren Anleitung Stefan Adams beschreibt. Die Tage der Orientierung zum Thema „Träume”, die Katharina Karl skizziert. Oder wie man in der Offenen Jugendarbeit ausreichend Räume fur Träume eröffnen kann, wovon Stephanie Brandl schreibt. Träume zu haben, ist etwas Gutes – egal ob nachts ober tagsüber. Nachts wird das Erlebte durch Träume verarbeitet. Tagsüber kann man sich in Traumwelten denken, kann aber auch gezielt auf einen Traum hinarbeiten. Laßt uns groß träumen! Und was wäre die Welt ohne Traumtänzer, die uns zum Nachdenken bringen und etwas mehr Leichtigkeit lehren? Viel Spaß beim Lesen und Träumen!

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Michael Schredl: Nachtträume: Kreativ und lehrreich - wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Schlaflabor

Träume werden – im Sinne der Traumforschung – als subjektives Erleben während des Schlafes bezeichnet, das man nach dem Erwachen erinnern kann. Auch wenn die Fähigkeit, sich an Träume zu erinnern, von Person zu Person stark unterschiedlich ist – es gibt Menschen, die sich fast jeden Morgen erinnern, andere so gut wie gar nicht – geht man davon aus, dass jeder Mensch jede Nacht in allen Schlafphasen träumt, d.h. das Träumen ist eine Grundfunktion des Gehirns – so wie das subjektive Erleben während des Wachseins. Schon ganz früh wurde von Alfred Maury, einem französischen Schlafforscher des 19. Jahrhunderts, die Frage aufgeworfen, ob wir sicher sein können, dass die Träume, die nach dem Aufwachen berichtet werden, tatsächlich im Schlaf stattfinden oder vielleicht doch in Sekundenschnelle während des Aufwachens entstehen.
Die moderne Traumforschung hat zwei Ansätze entwickelt, das zu untersuchen. Bei einem Ansatz wird ein Reiz, z. B. ein Wort, während des Schlafes vorgespielt (nicht zu laut, um die Person nicht zu wecken, jedoch so laut, dass es gut hörbar ist). Diese Reize werden zum Teil in den Traum eingebaut, man wartet dann 30 Sekunden und weckt die Person. Wenn der Reiz im Traum vorkommt, dann weiß man, dass der Traum tatsächlich eine Rückerinnerung an das subjektive Erleben während des Schlafes darstellt, da der Reiz beim Aufwachen nicht mehr da ist. Auch die Studien, die die Gehirnaktivität vor dem Aufwachen messen und Zusammenhänge zum Trauminhalt finden, z. B. Motorkortex und Bewegungen, widerlegen die alte Annahme, dass Träume in Sekundenschnelle beim Aufwachen entstehen. Heute ist die Vorstellung, dass die Träume in „Echtzeit“ ablaufen, auch wenn man durch das dicht gepackte Geschehen manchmal den Eindruck hat, Stunden zu träumen.


Das Erinnern an Träume

Obwohl es viele Einflussfaktoren auf die Traumerinnerung gibt, z. B. Kreativität, ist der entscheidende Faktor die Aufmerksamkeit. Wenn man sich abends vornimmt, sich an Träume zu erinnern, sich etwas zu schreiben oder einen Voice-recorder zurecht legt, sich etwas Zeit nach dem Aufwachen nimmt, kann man die Traumerinnerung innerhalb kurzer Zeit massiv steigern. Im Jugendalter erinnern sich Mädchen durchschnittlich etwas häufiger an ihre Träume als Jungen.

In eigenen Studien konnten wir zeigen, dass es daran liegt, dass Mädchen häufiger mit anderen Mädchen über ihre Träume sprechen, während dieses Thema bei Jungengesprächen nicht so häufig ist. Innerhalb der Familie jedoch sprechen Jungen und Mädchen gleich häufig mit Eltern und Geschwistern über Träume, allerdings gibt es auch hier große Unterschiede, in manchen Familien wird mindestens einmal pro Woche über Träume gesprochen, ein Traum erzählt, in anderen Familien nur ganz selten. Das, was wir als Kinder über Träume lernen, scheint die Einstellung zu Träumen, die wir als Erwachsene haben, sehr stark zu beeinflussen.


Was träumen wir?

Was träumt das Gehirn nachts? Sind es nur verrückte, bizarre Geschichten, die nichts mit dem Alltag zu tun haben? Oder spiegeln die Träume Dinge wider, die uns im Alltag beschäftigen? Zunächst stellt sich die Frage, wie Träume überhaupt erforscht werden. Zunächst braucht man Traumberichte, zum Beispiel kann man die Person fragen: Welches ist der letzte Traum, an den Du Dich erinnern kannst?

Wir haben beispielsweise Traumberichte von Kollegen analysiert, die Fragebogen in Bibliotheken in England ausgelegt haben (UK Library project). 3.535 Kinder und Jugendliche haben geantwortet und 1.995 davon haben einen Traum aus der letzten Zeit berichtet. Ein anderer Weg sind Tagebücher: Die Person bekommt ein Traumtagebuch mit nach Hause und soll jeden Morgen aufschreiben, was geträumt wurde. Die modernen Studien verwenden statt des Papiers Voice-recorder, weil das morgens leichter und schneller als Aufschreiben geht. Dann werden die Träume analysiert, z. B. nach der Häufigkeit von Tieren, nach Aggression oder anderen Themen. Auch die Traumemotionen und die Traumbizarrheit (wie ungewöhnlich ist der Traum) werden ausgewertet.


Geschlechterunterschiede in den Träumen

Wenn man beispielsweise Träume von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vergleicht, stellt man fest, dass Kinder viel häufiger von Tieren träumen (50 Prozent aller Träume), es bei Jugendlichen abnimmt, und bei Erwachsenen in weniger als zehn Prozent der Träume Tiere vorkommen. Die Erklärung ist relativ einfach, in Kindergeschichten kommen viele Tiere vor, d.h. Kinder beschäftigen sich häufiger mit dem Thema, also träumen sie auch häufiger davon. Das wird in der Traumforschung als Kontinuitätshypothese bezeichnet. So träumen Sportstudierende häufiger von Sport als Psychologiestudierende, und Musiker häufiger von Musik als Nicht-Musiker. D.h. die täglichen Aktivitäten kommen auch im Traum vor. Es gibt auch Geschlechtsunterschiede in den Träumen von Jugendlichen: Jungen träumten in der UK Library Studie häufiger von physischer Aggression als Mädchen, wobei beide Geschlechter im Traum mehr einstecken mussten als sie austeilten.

Mädchen zeigten etwas mehr verbale Aggressivität im Traum als Jungen, auch hier ist es so, dass andere Traumpersonen dem Traum-Ich gegenüber aggressiv ist und nicht das Traum-Ich selbst. Jungen träumen auch häufiger von männlichen Personen (66 Prozent), während Mädchen etwa gleich häufig von Männern und Frauen träumen (46 Prozent der Traumpersonen sind männlich). Während einige Forscher das mit dem Oedipus-Komplex erklären (das konfliktreiche Verhältnis des Jungen zum Vater in Zusammenhang mit der Konkurrenz um die Liebe der Mutter/Ehefrau), konnten wir zeigen, dass es vor allem damit zusammenhängt, mit wem man den Tag verbringt.

Was bei Träumen besonders ist, dass viel häufiger von Freunden, gemeinsamen Unternehmungen und Ähnlichem geträumt wird, als von schulischen Dingen oder vom Studium. Das hat eine finnische Forschergruppe dazu veranlasst, eine Hypothese aufzustellen, die sie „Social Simulation Theory“ bezeichnet haben. Die Funktion der Träume besteht bei dieser Theorie darin, dass man im Traum soziale Interaktionen übt, das heißt: Wie komme ich besser mit meinen Mitmenschen zurecht? Das war für den Urmenschen sehr wichtig, da er nur in der Gruppe überleben konnte.

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Andreas Mertin: "I have no dream" - Mediale Zukunftsbilder

The American Dream

Im Jahr 1963 schien die amerikanische Bürgerrechtsbewegung an ihrem Ziel zu sein. Nach Jahrzehnten des Kampfes für die Bürgerrechte der Afroamerikaner und gegen die in Amerika gesetzlich legitimierte Rassentrennung hatte US-Präsident John F. Kennedy im Juni 1963 in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache verkündet, dass er ein neues Bürgerrechtsgesetz verabschieden wolle, das die Rassentrennung aufheben werde. Gewaltsame Reaktionen von Rassisten waren die Folge. Daraufhin beschloss die Bürgerrechtsbewegung, einen Marsch auf Washington zu veranstalten, der dann zur größten Massenveranstaltung in den USA werden sollte. 250.000 Menschen nahmen daran teil und als letzter Redner sollte Martin Luther King sprechen, als „moralischer Anführer der Nation“. Seine Rede würde das sein, was man von der Veranstaltung im Gedächtnis behalten würde. Und Martin Luther King machte sich vorher viele Gedanken zu seiner Rede. Er befragte seinen Freund Wyatt Tee Walker, denn er hatte bereits verschiedene Ideen, unter anderem die emphatische Formel „I have a dream!“  Walker riet ihm davon ab, diese Phrase zu verwenden, da sie klischeehaft und abgenutzt sei. Diesen Einwand kann man nur verstehen, wenn man bedenkt, dass der amerikanische Traum – the American Dream – schon seit der Unabhängigkeitserklärung 1776 beschworen worden war, ohne jemals für die farbige Bevölkerung gegolten zu haben. Das war die Herausforderung für Martin Luther King.

Konnte er sich auf eine Ansicht beziehen, die seit Jahrhunderten vorgetragen wurde und gleichzeitig aber niemals für die afroamerikanische Bevölkerung gegolten hatte? Und so beschloss er in der Nacht, die Formel „I have a dream“ aus seiner Rede zu streichen.


The German Angst

Im Blick auf Deutschland gibt es eine Formel, die so ziemlich das Gegenteil zum American Dream darstellt: „The German Angst“. Das hat etwas damit zu tun, dass „Angst“ in einigen anderen Sprachen keinen eigenen Begriff hat und deshalb dort auch das deutsche Wort verwendet wird. Zugleich meint man damit auch, ein besonderes Charakteristikum der Deutschen zu beschreiben. Robert Wienes „Das Cabinet” des Dr. Caligari (1920) ist vielleicht eine frühe filmische Reflexion dieses Tatbestands.

„Angst“ war tatsächlich etwas, was nach allgemeiner Ansicht das Denken und Träumen der Deutschen gerade auch im 20. Jahrhundert charakterisierte, so dass der „Moment Of Angst” es sogar auf das Titelbild der „Time” brachte. Unsere Träume von der Zukunft sind angstbesetzt. Man kann das am Google Ngram-Viewer nachvollziehen, der den Wortbestand von Millionen gescannter Texte auswertet (books.google.com/ngrams): Danach kommt „The German Angst“ im angelsächsischen Bereich zum ersten Mal in den 20er Jahren in den Blick, erreicht den Höhepunkt in den 50er Jahren und flaut dann ab. Als ein Begriff der deutschen Selbst-Reflexion kommt er in Deutschland dagegen erst Anfang der 80er Jahre auf und hat seitdem eine steile Karriere hingelegt und taucht immer wieder in den öffentlichen Diskussionen auf. Die Deutschen fragen sich in ihren Alpträumen: Müsste man die künftige Geschichte vielleicht als eine der fortgesetzten Angst, als Dystopie beschreiben?


Utopie und Dystopie

Man könnte nun überlegen, ob diese beiden Gefühlswelten, des progressiven Traums einer egalitären Gesellschaft (nach dem Prinzip Hoffnung) einerseits, und des regressiven Alptraums einer angstgetriebenen Gesellschaft (nach der kontrollierten Gesellschaft à la 1984) andererseits, sich auch medial spiegeln, ob also in Kinofilmen, Kurzfilmen oder etwa Musikvideos, ob also Tendenzen in die eine oder andere Richtung wahrnehmbar sind.

Wer auf den Überblicksseiten zum Kino das Stichwort „Utopie“ eingibt, bekommt automatisch die Kategorie „Utopien & Dystopien“ zugewiesen. Das deutet darauf hin, dass es keine ausreichende Zahl an Kinofilmen gibt, die man in einer Einzelrubrik „Utopie“ bündeln könnte. Und tatsächlich zeigt ein Blick auf die dann vorgestellten Kinofilme, dass es sich nahezu ausschließlich um Dystopien handelt. Auch in der Wikipedia gibt es nur eine Zusammenstellung der dystopischen Filme und keine der utopischen Filme. Mich hat das zunächst überrascht. Offenkundig spiegelt das cineastische Medienuniversum seit nun mehr als 100 Jahren weniger unsere Hoffnungen, Wünsche und positiven Entwürfe, als vielmehr unsere Ängste und Alpträume. Natürlich gibt es auch die Pretty-Woman-Filme mit dem „Happy-End als Kino-Illusion“, aber das ist noch keine Utopie, sondern Hollywood-Massenware.

Dystopien dagegen erscheinen als Normalität des Nachdenkens über unsere Zukunft. Wenn es eine Zukunft gibt, ist es eine für wenige Menschen, es ist eine düstere und beengte Welt, oder sie geht gleich ganz unter. Postapokalyptisch existieren allenfalls atomisierte Individuen mit Hunden oder Kaninchen als Ansprechpartnern. Wenn Dystopien traditionell jene Gegenentwürfe zu Thomas Morus „Utopia“ darstellen, weil sie ein negatives Bild der gesellschaftlichen Zukunft zeichnen, dann scheint sich die Kino-Welt an diesen schaurigen Negativ-Perspektivierungen zu erfreuen und es ist um die menschliche Utopie schlecht bestellt. Vielleicht ist die zugrunde liegende Logik aber auch eine andere. So hatte Alexander Kluge schon vor 35 Jahren in seinem Klassiker über die Macht der Gefühle im Film geschrieben: „Alle Gefühle glauben an einen glücklichen Ausgang“. Und dazu muss vielleicht die Stimmung zunächst einmal so sehr dramatisiert werden, so ins Negative gedreht werden, dass am Ende noch das Überleben als Positives erscheint.

Vielleicht lieben wir unsere dystopischen Träume und Fantasien, weil es uns so gut geht und wir uns fragen, ob es so weiter gehen kann.
Vielleicht der bedeutendste dystopische Filmzyklus der vergangenen Jahre ist – jedenfalls in den Augen der jugendlichen Fans – Die Tribute von Panem. Allerdings ist ihre Perspektive begrenzt, wie der Filmkritiker Georg Seeßlen schrieb: „Freiheit wird als kantische Konstitution wiederhergestellt, von einem revolutionären Eros, von Utopie ist nicht die Rede. Daher kann „Die Tribute von Panem” auch als calvinistische Sonntagsschullektüre durchgehen. Und trotz allen Aufwands und aller Opulenz verbergen die Filme nicht, dass es sich bei „Die Tribute von Panem” um Erbauungsliteratur handelt – für all die Katniss-Frauen, die verzweifelt ihre Einkaufswagen durch die Supermärkte schieben, die Kinder auf dem Rücksitz des Minivans zu beruhigen versuchen und nicht wissen, ob sie sich auf das abendliche Wiedersehen mit dem Ehemann freuen sollen oder nicht.“ Harte Worte.

Dagegen war Stanley Kubricks 1968 erschienener Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum”, bei aller Skepsis, was der Mensch dem Menschen anzutun in der Lage ist und was dem Menschen durch die Maschine droht, eben auch die Visualisierung eines Menschheitstraumes. Der „längste Cut der Filmgeschichte“, vom Knochen, mit dem der Affe seinen Mitaffen erschlagen hatte, zur Raumstation, die im Orbit kreist, war eben nicht nur die Erinnerung daran, dass fast jeder Fortschritt auch mit Gewalt verbunden ist, sondern auch die artikulierte Hoffnung darauf, dass der Mensch irgendwann einmal jenseits des Jupiter in die Tiefen des Weltraums reisen wird, um zu sich selbst zu finden.

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Hans Heinz Hopf: Angst-, Alb- und traumatische Träume während der Pubertät - Bedrohung der kindlichen Identität

Kommt ein Kind in die Pubertät, befindet sich mit einem Mal eine kindliche Seele in einem körperlich reifen Erwachsenenleib. Der Körper hat das Kind nicht gefragt, ob es die Verwandlung samt den überwältigenden und ängstigenden Gefühlen überhaupt möchte, und ob es ihr zustimmt. Er erzwingt die seelischen Veränderungen einfach, und die Seele muss sich dieser inneren Entwicklung anpassen. Infolgedessen muss sich vor allem die Vorstellung vom eigenen Körper verändern und in ein neues Bild eingegliedert werden. Für die psychologische Anpassung – oder seelische Umstrukturierung – an die Verhältnisse der Pubertät wird üblicherweise der Begriff „Adoleszenz“ verwendet. Während der Adoleszenz vollzieht sich eine grundlegende Neugestaltung des Gehirns. Während dieser Renovierung müssen alle seelischen Entwicklungsaufgaben, die von den biologischen Veränderungen gefordert wurden, von der Seele des Jugendlichen bewältigt werden. Es kommt zum Angriff auf die bisherige Identität.
Scheitern die seelischen Umstrukturierungsprozesse, so kann es jederzeit zu massiven Störungen kommen. Diese schlagen sich während der Adoleszenz in einer Fülle von Angstträumen nieder. Welche schweren seelischen Gefährdungen auftreten können, will ich mit dem Traum eines Jugendlichen verdeutlichen. Träume gewähren uns immer einen direkten Blick in das Unbewusste mit den zugehörigen innerseelischen Konflikten und Beziehungsproblemen.
Ein 17-jähriger Jugendlicher bereitet sich auf seine Abschlussprüfungen vor. Er reist nicht mit den Eltern zu einem Kurzurlaub, sondern bleibt allein zu Hause. Mit einem Male kriechen heftige Ängste heran, sie gipfeln in einer Panik-attacke. Der junge Mann beginnt, an seinen Wahrnehmungen zu zweifeln. Er glaubt, sich von der Wirklichkeit immer mehr zu entfernen, erlebt sich von gläsernen Wänden umgeben. Er sucht seinen Hausarzt auf, der ihn in eine Klinik einweist.

Wenige Wochen vor der Panikattacke hatte er den folgenden Traum:
„Ich bin allein. Ich sehe, wie links und rechts zunächst Rinnsale, dann Bäche und Flüsse entstehen. Immer mehr. Es wird ein ganzes Netz, vom Festland bleibt immer weniger übrig. Ich bin schließlich ganz von Wasser umgeben, bin nur noch auf einer kleinen Insel, sie wird jedoch auch schon immer kleiner, ich werde langsam überschwemmt.”

Es ist ein Traum vom fast völligen Verlust der Identität. Wir erkennen eine ausgesprochene Fragmentierung und Auflösung der Erde, also des Selbst des Träumers. Das Festland wurde zerbröselt und vom Wasser überflutet. Der Jugendliche war der Überschwemmung durch Triebhaftes samt den gewaltigen Veränderungen nicht gewachsen und reagierte mit panischen Ängsten.


Angst vor Sexualität

Der biologische Auftrag der Pubertät ist, dass aus einem Mädchen eine gebärbereite Frau, aus einem Jungen ein fortpflanzungsfähiger Mann wird. Im Tierreich ist das kein Problem, denn dort ist der Geschlechtsakt ein rein physischer Vorgang. Menschliche Sexualität spielt sich jedoch überwiegend in Gedanken und Fantasien ab. Darum lassen die erotischen und sexuellen Fantasien, Absichten und Handlungen die Adoleszenz zu einem aufwühlenden Abenteuer werden. Auf diesen Ansturm der Sexualität ist ein Kind nur selten  vorbereitet.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Adoleszenz ist es, dass eine individuelle Sexualität in die Persönlichkeit von weiblichen und männlichen Jugendlichen verinnerlicht wird und dass sich die auf die Mutter bzw. den Vater gerichteten erotischen Fantasien zurückbilden. Das geschieht ganz von selbst, wenn der Jugendliche ein einander zugewandtes Elternpaar hat. Es ist dort schwer, wo ein Junge oder ein Mädchen bereits „Partner” der Mutter geworden ist.

Die fehlende Distanz zur Mutter kann zur Folge haben, dass der Junge seine männliche Entwicklung teilweise aufgibt und verweiblicht. Bekannt sind zehn- bis zwölfjährige vaterlose Jungen, die wegen Ängsten, Depressionen oder Kontaktproblemen auffallen. Gelegentlich wirken sie etwas dicklich, manchmal sind sie aber auch verführerisch und wirken feminin. Meist leben sie in enger Gemeinschaft mit ihrer Mutter, oft sehr zurückgezogen. Der Vater hat sich entweder von der Familie getrennt oder ist sogar ganz aus dem Leben von Mutter und Sohn verschwunden. Jungen erleben den Einbruch von Sexualität besonders erschreckend, oft bricht etwas Unbekanntes, Erschreckendes in ihre vertraute Welt ein.

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"Meine Vision ist eine Jugend, die Gott kennt."

Ein Gespräch mit der Medizinstudentin und Influecerin Jana Highholder, die für die EKD auf ihrem Youtube-Kanal "Jana glaubt" Einblick in ihren Alltag mit Gott gibt.

baugerüst: Wovon hast du als kleines Mädchen geträumt?

Jana: Als kleines Mädchen wollte ich Lehrerin werden. Ich glaube, das kommt daher, dass ich meine Grundschullehrerin sehr positiv in Erinnerung habe, auch heute noch Kontakt mit ihr habe, mich in unregelmäßiger Regelmäßigkeit mit ihr treffe und sie mein Leben begleitet. Und auch in der Oberstufe war meine Deutschlehrerin sehr prägend für mich. Ich habe einfach sehr viele große Persönlichkeiten, Menschen mit großem Herzen und großer Leidenschaft in diesem Beruf erleben dürfen. Ich glaube, dass mir das auch liegt. Ich kann gut erklären, kann gut mit Menschen umgehen. Ich habe auch in der Abizeit Lerngruppen geleitet. Das war in meiner Kindheit der Traum, der sich dann gewandelt hat.

baugerüst: Wann kam dann der Traum vom Medizinstudium?

Jana: Der Wunsch kam eigentlich gar nicht. Medizin war das, was ich auf gar keinen Fall machen wollte, weil ich immer gesagt habe, ich gehe nicht zurück auf die andere Seite dieses Bettes. Die Geschichte, warum ich Medizin studiere, ist eine ganz lange und hat einen Prozess in mir angestoßen. Letztendlich war der Schritt, Medizin zu studieren, auch ein Schritt im Gehorsam Gott gegenüber. Er hat mir Liebe zu etwas geschenkt, von dem ich niemals gedacht hatte, dass es so sein würde. Aber es war nie mein Traum, „Jana in weiß auf den Krankenhausfluren“ zu sein.

baugerüst:Du bist im Alter von sechs Jahren an Krebs erkrankt, hast damals selbst viel Zeit im Krankenhaus verbracht. Inwieweit hat das deine Lebenseinstellung, deine Träume und deine Ziele verändert?

Jana: Das hat sehr geprägt. Ich bin nicht dankbar für die Krankheit an sich, aber ich bin dankbar für die Perspektive, die sie mir geschenkt hat, für das, was daraus geworden ist. Meine Priorität im Leben ist immer mein Gegenüber, immer der Mensch, immer die Beziehung. Wenn ich mich entscheiden müsste zwischen dem besten Job irgendwo in XY, wo ich ganz alleine bin, oder dem viert-/fünftbesten Job mit meiner Familie, mit Menschen, die mich lieben, die ich liebe, würde ich mich immer für den viert-/fünftbesten Job entscheiden. Die Priorität liegt nicht mehr darin, die beste Herzchirurgin dieser Welt zu werden. Wenn ich für mein Kind die beste Mutter dieser Welt sein kann, für meinen Mann die beste Frau dieser Welt, dann habe ich meinen Traum erreicht. Mein Traum war es immer, jung zu heiraten, weil meine Eltern mir vorgelebt haben, das Bündnis des Lebens mit jemand anderem zu bestreiten.

baugerüst: Und was ist und bleibt heute noch dein großer Traum?

Jana: Das ist in gewisser Weise ich-bezogen, überhaupt kein „Ich rette die Welt“-Traum, sondern ich habe mir schon von Kind an gewünscht, dass meine Großeltern bei meiner Hochzeit dabei sein können. Das ist ein ganz primitiver, kindlicher Wunsch, der geblieben ist. Wenn ich den Tag mit euch teilen kann, wäre das echt ein Freudenstrahl für mein Herz. Ich weiß aber, dass es nicht von einer weltbewegenden Relevanz für die Weltgeschichte ist.

baugerüst: Das Schöne am Traum ist ja, dass er persönlich und individuell sein darf. Gibt es dennoch auch einen kollektiven Traum deiner Generation?

Jana: Ich habe das Gefühl, wir sind eine Generation von Individualisten. Jeder muss das finden, wofür er steht, wofür er kämpft, was er gut kann. Und dann finden sich Gruppierungen von Menschen, die einen gleichen, idealistischen Traum haben, zum Beispiel die Umweltbewegung. So findet unsere Generation ihr Standing in der Gruppierung. Aber tatsächlich würde ich ein Kollektiv verneinen. Hätte mich vor ein, zwei Jahren jemand gefragt, was regt uns so auf oder begeistert uns, dass wir gemeinschaftlich auf die Straßen gehen, hätte ich keine Antwort gewusst. Mit „Fridays for future“ ist es etwas anders geworden.

baugerüst: Du bist auch Poetry Slammerin. Warum handeln Poetry Slams so oft von Träumen?

Jana: Ich glaube, das hat die Kunst so an sich. Die Kunst ist unlimitiert und frei. Es ist ein Abbild deiner Innenwelt und das, was innen ist, muss noch lange nicht außen sein. Ich glaube, jeder Künstler – der Musik macht, ein Bild zeichnet oder einen Text schreibt – baut seinen eigenen Gedankenpalast in der Art und Weise, wie er es kann. Ich kann nicht besonders gut malen, deshalb kann ich mein Inneres überhaupt nicht in einem Bild darstellen. Aber schreiben kann ich und kann so meine Gedankenpaläste zu Papier bringen und ihnen Formen und Bilder geben. Sie so lebendig werden, aber auch ruhen lassen. Was in mir drin ist, was mich vielleicht aufwühlt, aber wenn ich es auf Papier bringe, dann habe ich es manifestiert. Dann ist diese Unruhe, dieses Glücksgefühl oder diese Trauer manifestiert in diesem Gedicht.

baugerüst: Welchen Traum hast du in Bezug auf deinen Youtube-Kanal, was ist dein Ziel, deine Vision mit deinem Engagement in den sozialen Netzwerken?

Jana: Meine Vision ist eine Jugend, die Gott kennt, eine Jugend mit Gott. Dass wir uns in sozialen Netzwerken aufhalten, kann man diskutieren, das kann man gut oder schlecht finden. Aber es ist nicht meine Aufgabe zu werten, sondern ich akzeptiere das als etwas, das da ist und frage mich, wie ich das bestmöglich nutzen kann. Wenn alle da sind und konsumieren, dann sehe ich mich in der Verantwortung, Content zu generieren, der es wert ist, gehört zu werden. Ich selbst verstehe mich nicht so sehr als Konsumentin, aber ich versuche, Inhalt zu generieren, der die beste Botschaft dieser Welt beinhaltet. Wenn wir in sozialen Medien alles finden, jede Lippenstiftschattierung, dann doch bitte auch die beste Botschaft der Welt, die den Menschen errettet und erlöst und eine neue Lebensperspektive gibt und die den Smartphone-Rahmen weit sprengt. Dass jetzt gesagt wird „Kirche goes Social Media, Kirche goes digital“, ist nicht fortschrittlich, das ist höchste Zeit. Alle anderen sind schon längst da, wir müssen hinterherkommen. Und wenn Gott sagt, er lässt sich finden, dann bin ich total überzeugt davon, dass er sich auch über Instagram, Youtube und Facebook finden lässt. Und unsere Verantwortung ist es, diese Plattform so zu bespielen, dass er dort den Raum hat, der ihm gebührt, der ihm zusteht. Und das passiert nicht von selbst, dafür sind wir als Nachfolger und Nachfolgerin verantwortlich. Christen sollen überall sein. Und das Altenheim ist nicht wichtiger als das Internet und das Internet ist nicht wichtiger als das Altenheim. Wichtig ist, dass wir überall sind und dass jeder da ist, wo es seinen Begabungen und Gaben entspricht.

 

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Stefan Adams: "Stell dir vor..." Anleitung von Fantasiereisen in der Jugendarbeit

DefinitionFantasiereisen sind in der Jugendarbeit inzwischen eine etablierte und beliebte Methode. Sie kommen in Gruppenstunden, auf Freizeiten, in Gottesdiensten, Sitzungen, auf Tagungen und Seminaren zum Einsatz. Sie werden aber auch in der Bildungsarbeit, in der Schule, im Sport und in der Therapie eingesetzt. Mit Wurzeln in verschiedenen Entspannungsmethoden wie „Autogenes Training” oder „Progressive Muskelentspannung”, bereichert und vermischt mit Elementen verschiedenen psychologisch-therapeutischen und pädagogischen Strömungen, entwickelte sich in den vergangenen 20 Jahren daraus diese moderne Form der Meditation. Aufbau und RahmenbedingungenKlassisch besteht eine Fantasiereise aus drei Phasen: Entspannungsphase, Hauptteil und Rückholphase. In der Entspannungsphase, die zeitlich etwa ein Drittel der gesamten Übung in Anspruch nimmt, geht es darum, den Körper in einen Ruhe- und Erholungszustand zu versetzen, der dem Schlaf sehr ähnlich ist. Mit Metaphern, Formeln und bildhaften Ritualen wird auch der Verstand und das Denken „entspannt” und somit die Aufmerksamkeit gesteigert. Im Hauptteil geht es darum, innere Bilder zu erzeugen, die dem Ziel der Fantasiereise entsprechen und die an den Lebenswelten und Erfahrungen der Teilnehmer*innen orientiert sind. Sprachlich sind kurze Sätze, Pausen und Formulierungen hilfreich, die Bilder erzeugen und Gedanken leiten, aber genügend Raum für Interpretation lassen und nicht einengend wirken.Wer selbst eine Fantasiereise anleitet, erlebt sie innerlich mit und fühlt sich ein. Stimme und Sprechrhythmus passen sich dem eigenen Erleben an und mit ein wenig Übung fällt es auch leichter, die Zeit für nötige Pausen gut einschätzen zu können. Ein kleiner, aber hilfreicher Trick kann es sein, während der Anleitung eine Aufnahme mitlaufen zu lassen, die man sich später zur Reflexion anhört. Auch die Feedbacks der Teilnehmer*innen sind gute Quellen für eine Optimierung von Stimme, Pausen und Sprechrhythmus.Ist die Fantasiereise beendet, gelangen die Teilnehmer durch die Rückholphase gedanklich wieder in die Wirklichkeit und „wachen auf”. Hier können Bilder und Metaphern aus der Entspannungsphase wieder aufgegriffen werden. Teilnehmer*innen werden angeregt, durch Bewegungen wie strecken, dehnen oder gähnen aus dem Entspannungszustand in die Aktivität zurück zu kehren. Eine Fantasiereise kann eine Wirkung wie ein kurzer Mittagsschlaf oder ein „Power- Napping” haben. Konzentration und Energie können dadurch wieder gesteigert werden.Bewährt hat es sich, Fantasiereisen im Liegen und mit geschlossenen Augen durchzuführen. Ist das nicht möglich, ist Sitzen die zweitbeste Wahl. Raum oder Umgebung sollten möglichst ruhig sein. Umgebungsgeräusche können in der Entspannungsphase benannt und „ausgeblendet” werden, oder z.B. Naturgeräusche in die Reise integriert werden.Nachdem jede*r Teilnehmer*in seine Reise in seiner eigenen Welt erlebt, kann eine Reise mit nur einem oder mit ganz vielen Teilnehmern durchgeführt werden. Entspannungsmusik kann hilfreich sein, gut in einen Entspannungszustand zu gelangen, sie ist aber nicht zwingend nötig. Wird Musik eingesetzt, sollte mit der Lautstärke sehr sensibel umgegangen werden. Lautstärke kann leicht als störend wahrgenommen werden. Ob als Anleitung eine CD/ Audio-Datei mit der fertigen Fantasiereise eingesetzt wird, ob die Reise aus einem Buch abgelesen oder frei formuliert wird, ist Geschmackssache und eine Frage der Sicherheit des Anleiters. Teilnehmer*innen sollten freiwillig an einer Fantasiereise teilnehmen. Nur wer bereit ist, sich auf die Methode einzulassen, kann davon profitieren. Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die zum ersten Mal eine Fantasiereise machen, kann die neue Methode, das ungewohnte Setting zu Verunsicherung führen, die sich in Unruhe, Störungen und Lachen äußert. Sätze wie „Gerade in Situationen, in denen man ruhig sein soll, muss man manchmal lachen. Deshalb lachen wir uns jetzt alle einmal aus” helfen, diese Situationen zu meistern. Das „nicht gewünschte” Verhalten wird erlaubt, normalisiert und verliert damit seinen Reiz. Die Unsicherheit, die entstehen kann, wenn man sich auf eine neue Methode einlässt, kann dadurch genommen werden, dass im Vorfeld sehr genau erklärt wird, wie die Methode abläuft und was dabei „passieren” kann.Vorsicht ist geboten, wenn  bekannt ist, dass Teilnehmer*innen an Phobien oder psychischen Krankheiten leiden, ein Trauma erlebt haben oder sich in emotional instabilen Zustand befinden. Hier sollte die Methode nicht eingesetzt werden. Sehr selten kommt es vor, dass Teilnehmer*innen emotional von Bildern und Erinnerungen so stark berührt werden, dass sie weinen. Hier sollte der Anleiter sensibel reagieren, behutsam ansprechen und gegebenenfalls trösten.Fantasiereisen sind nahezu universell einsetzbar und können auch ohne großen Aufwand spontan eingesetzt werden. Texte gibt es in Buchform, als Datei oder können frei formuliert werden. 

 

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Autorinnen und Autoren

Stefan Adams, Miltenberg
Dipl.-Sozialpädagoge, Leiter Sachbereich Jugendsozialarbeit und Jugendberufshilfe, Landradsamt Miltenberg

Marlene Altenmüller, München
Vorsitzende des Landesjugendkonvents der Evangelischen Jugend in Bayern, Psychologin, Kunsthistorikerin

Dr. Julika Bake,
Josefstal
Referentin am Studienzentrum für evangelische Jugend

Stephanie Brandl,
Nürnberg
Jugendreferentin Kinder- und Jugendhaus Mammut

Tobias Fritsche, Nürnberg
Landesjugendpfarrer in Bayern

Florian Geith, Kaiserslautern
Landesjugendpfarrer in der Pfalz

Barbara Hemauer-Volk, München
Geschäftsführerin des Ateliers "La Silhouette"

Dr. Hans Hopf, Mundelsheim
analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuth

Dr. Jörg Lanckau, Nürnberg
Professor, Studiengangsleiter Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit an der Evangelischen Hochschule Nürnberg

Dr. Katharina Karl, Benediktbeuren/Münster
Professorin für Pastoraltheologie an der PTH Münster, Leiterin des Jugendpastoralinstituts Don Bosco

Dr.Andreas Mertin, Hagen
Publizist und Medienpädagoge

Letitia Olivier, derzeit Kanada
Abiturientin, Poetry Slammerin, Freiwilligendienste

Reinhold Ostermann, Neunkirchen a.S.
Dipl.-Sozialpädagoge, ehemaliger Referent für Konzeptionsentwicklung im Amt für evangelische Jugendarbeit in Bayern

Dr. Michael Schredl, Mannheim
Professor, wissenschaftlicher Leiter Schlafforschung an Zentralinstitut für Seelische Gesundheit



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