das baugerüst 3/01 - Mann, oh Mann, die Jungs

Inhalt

Wolfgang Noack: Männerbilder. Einführung in das Heft

  • MÄNNERBILDER
    Jens-Peter Kruse: Macht - Gewalt - Mann. Biblische Männerbilder
    Eugen Drewermann: Von Männern in Märchen
    Martin Rosowski: Freundschaften - Männer in Beziehungen. Der Wandel männlicher Rollenbilder am Beispiel des Mythos der Männerfreundschaft
  • VON DER SCHWIERIGKEIT, MÄNNLICH ZU SEIN
    Erich Lehner: Wann wird der Mann ein Mann?
    Burkhard Weber: Männer in die Wüste geschickt. Unter Felsen und Krähen. Initiationsritus mit Richard Rohr
    Uwe Sielert: Last oder Lust. Jungensexualität und Sexualpädagogik mit Jungen
    Urs Hofmann: Neue Väter braucht das Land
    Gaby Lenz:
    Verlust von Sicherheit. Folgen und Auswirkungen für Jungen bei Trennung und Scheidung der Eltern
  • JUNGENARBEIT
    Volker Steinberg: Jungenarbeit. Eine Beschreibung
    Reinhard Winter: Jungenarbeit in der Jugendverbandsarbeit
    Alexander Bentheim: Jungenarbeit und Methoden
    Elisabeth Glücks: Was Frauen Jungen erlauben können. Pädagoginnen in der Arbeit mit Jungen
    Hannelore Faulstich-Wieland: Die neue Koedukation
    Jörg-M. Wolters: Kampfkunst für Jungen. Friedvolle ?Krieger?-Kurse als budopädagogische Antwort auf jungentypische Gewaltbereitschaft
    Jürgen Reifarth: Helden der Arbeit und junge Muttis. Schon lange emanzipiert im Osten Deutschlands? Eine Tagung der Evangelischen Akademie Thüringen fragt nach Leitbildern
    Ursula Runschke: Von der geschlechtsgetrennten zur geschlechtsspezifischen Arbeit

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Wolfgang Noack: Männerbilder

Einführung in das Heft

?Es gibt sehr wohl Gefühle, über die Männer sprechen können? verkündet die Firma Opel. Diese Weisheit überschreibt die Werbeanzeige für das neue Astra Coupé mit Turbotriebwerk - 192 PS, 245 km/h Spitze und in 7,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. ?Männer wissen, wofür diese Daten stehen? heißt es weiter und dies erweckt atemberaubende Gefühle, ?Gefühle, über die man ohne weiteres stundenlang sprechen könnte?. Natürlich kommen richtige Männer auch mit weniger Pferdestärken ganz groß raus. Der Marlboro-Mann begnügt sich mit einem einzigen PS und verkörpert dennoch den ganzen Kerl, wenn er nach getaner Arbeit am Lagerfeuer in die Ferne blickt und genussvoll am Glimmstengel zieht. Lediglich auf die eigene Kraft setzen dagegen die gestählten Bodies der schönen Jungs in den Anzeigen von Ralph Lauren, Extase oder Calvin Klein.
Wer wissen will, wie richtige Männer aussehen, darf beim Werbefernsehen nicht einfach weiterzappen oder die bunten Anzeigen in den Illustrierten überblättern. Hier lässt sich viel über männliche Sozialisation erfahren.
?Männlichkeit?, so der Psychologe Erich Lehner in seinem Beitrag, ?erfahren Jungen hauptsächlich als Botschaft von außen?. Und die Botschaften sind eindeutig: Stark, gestylt, erfolgreich. Dagegen kommt der Typ in der Anzeige des Bundesfamilienministeriums, der für mehr männliche Beteiligung an der Kindererziehung wirbt, etwas vertrottelt daher. Gut gemeint, aber der mainstream verläuft woanders.
Ähnlich sehen dies Frauen, wenn sie analysieren: 30 Jahre geschlechtsspezifische Sozialisationsforschung haben nicht verhindern können, dass ein Geschlecht auf der Stelle tritt. Kein gutes Zeugnis für die eine Hälfte der Menschheit. Woran liegt es? Bequemlichkeit, Machtversessenheit, mangelnde Einsicht? Als sich Frauen in den 70er Jahren aufmachten, an Einsichten, Strukturen und scheinbaren Selbstverständnissen zu rütteln, organisierten und solidarisierten sie sich in ihren Geschlechtsgruppen. Die Jungen schauten lächelnd bis desinteressiert zu bzw. weg. Viel hat sich da bis heute nicht geändert. Jugendgruppen ohne Mädchen sind nicht so das Wahre und Männergruppen haben so einen Nimbus: Für die, die ein ?bisschen anders? sind oder die es vielleicht nötig haben. Die einzige Jungengruppe, allerdings ohne emanzipatorischen Ansatz, bleibt die Bundeswehr - aber auch da ist Mann ja nicht mehr unter sich.

Ein nicht gerade boomender Arbeitsbereich

Auffallend ist, dass viele Konzepte zu Jungenarbeit geschrieben werden, die Praxis aber sehr mager bleibt. Es gibt zwar einzelne Projekte, aber der männliche geschlechtsspezifische Ansatz gehört nicht zum Selbstverständnis von Jugendarbeit. In einem sind sich alle Konzepte einig: es gibt keine methodische Trickkiste für Jungenarbeit. Jungenarbeit ist in erster Linie Beziehungsarbeit. Und zur Beziehungsarbeit gehört die eigene Person. Hier schließt sich dann auch der Kreis und die Erklärung für die magere Praxis wird offensichtlich: Nicht nur die jungen Jungs haben ihre Probleme mit der Jungenarbeit, auch (wir) erwachsenen Männer und Pädagogen müssten einigen ?Schutt? wegräumen, um diesem Ansatz den Weg zu bereiten. Sich mit den Anfragen und Konzepten auseinanderzusetzen und diese mit KollegInnen zu diskutieren, dazu mögen die Beiträge in diesem Heft hilfreich sein. Denn es gibt mehr männliche und gefühlvolle Themen als ein 192 PS-starkes Auto.

Noch ein PS: Von wegen: Männer würden nicht weinen. Beim Fußballkrimi am letzten Spieltag der vergangenen Bundesligasaison flennten harte Schalke-Fans vor laufender Kamera Rotz und Wasser ob der verlorenen Meisterschaft. Wenn das keine Hoffnung macht!

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Jens-Peter Kruse: Macht, Gewalt, Mann Biblische Männerbilde

Männergestalten in der Bibel

Dass die Bibel ein Männerbuch ist, ist allseits bekannt. Sie ist von Männern geschrieben und weist starke patriarchalische Züge auf: Männer spielen in den biblischen Geschichten in der Regel die Hauptrolle. Vorbilder und Leitfiguren aber sind sie nur gelegentlich und überzeugen können die ?Großen der Bibel? in der Regel nicht.
Die Männer der Bibel sind keine Helden. Im Gegenteil, vorgestellt werden eher gescheiterte Männer, Männer mit Schwächen, verstrickt in ihre Leidenschaften, zwischen Hoffnungen und Enttäuschungen lebend.
Die Bibel zeichnet ?Männer wie du und ich?. Das aber macht sie gerade interessant. Denn das ermöglicht es dem Leser, sich selbst in den Geschichten wieder zu erkennen und im eigenen Lebenslauf die Spuren Gottes zu entdecken. Zugleich kann die Auseinandersetzung mit den Männergestalten der Bibel einen neuen Zugang zur biblischen Botschaft erschließen und uns Männer ermutigen, unser Mannsein zu reflektieren.
Im Folgenden werden drei Männergestalten der Bibel aus heutiger Sicht dargestellt. Es ist der Versuch, die biblischen Erzählungen mit den Erkenntnissen und Einsichten der neueren Männerforschung zu lesen und zu interpretieren. Exemplarisch vorgestellt werden typische Männer: Kain, der Gewalttäter, der aus Neid zum Mörder wird, der Gotteskämpfer Elia, der rücksichtslos gegen Andersdenkende vorgeht und Petrus, der Fels und Wortführer der Jünger, widersprüchlich und schillernd, in seiner Gemütslage schwankend zwischen ?himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt?.

Kain: Lernen, wie aus Feinden Brüder werden

Der Erstgeborene der Menschheit ist ein Mann und ein Gewalttäter. (1. Mose 4, 1 bis 16) Der Erzähler der Urgeschichte will uns sagen: so ist der Mensch. Er bringt damit zum Ausdruck, dass das Vermögen, gewalttätig zu sein und die Realität des Bösen ein unablösbarer Teil der menschlichen Existenz ist. Dass er dieses an dem Konflikt zwischen zwei Männern verdeutlicht, ist kein Zufall.

Den Krieger im Mann begrenzen

Neid, Rivalität und Gewalt - das sind zentrale Themen in der Männerarbeit. Vom ersten Händedruck an ist die Begegnung von Männern ein Kräftemessen. Schon vom kleinen Jungen wird erwartet, dass er sich in der Gruppe behauptet. Durchsetzungsfähigkeit und Entschlossenheit, Eigenschaften, die für den Konkurrenzkampf im Männeralltag qualifizieren, sind nach wie vor gültige Erziehungsideale für Jungen.
Die Geschichte von Kain und Abel stellt so verstanden einen Grundtyp männlichen Verhaltens vor, der auch heute noch bestimmend ist. Sie zeigt, wie schwer es Männern fällt, in einer auf Konkurrenz und Leistung angelegten Welt, Vertrauen zum anderen zu entwickeln. Zugleich stellt sie uns Männer vor die Aufgabe, darüber nachzudenken, wie wir Konkurrenz und Neid begrenzen können, damit für Solidarität und Mitgefühl Raum bleibt.
Das Verhalten des Kain hat viel mit dessen Vorstellung von ?Männlichkeit? zu tun. Kain ist ein Mann der Tat. Er ist ehrgeizig, braucht Selbstbestätigung und will immer der Erste sein. Wenn er nicht gewinnt, ist er unglücklich. Sollte einem anderen einmal etwas besser gelingen als ihm, fühlt er sich abgewertet. Er sieht in ihm nicht den Bruder, sondern den Konkurrenten und Gegner. Darum kann er sich über den Erfolg des Abel nicht freuen. Im Gegenteil, er wird eifersüchtig, fühlt sich zurückgesetzt und ist gekränkt. Unkontrolliert steigt die Wut in ihm auf.
Die Aggressivität des Mannes Kain lässt sich schon aus der Namensgebung ablesen. Kain heißt soviel wie Lanze, in dem Namen klingt das hebräische Wort für ?gewinnen? an. Er steht für das Aggressive, das Kämpferische und erinnert daran, dass auch der Krieger zur männlichen Mentalität gehört. Der Name Kain unterstreicht: Die Fähigkeit und Bereitschaft zur Gewalt spielt in der Selbstdefinition vieler, vor allem traditioneller Männer eine zentrale Rolle.
Kain lebt nach dem Highlander-Prinzip: ?Es kann nur einen geben!? Ein solches Männerbild ist alles andere als harmlos. In den Kopf geschrieben durchdringt es den ganzen Körper und bestimmt alle Verhaltensweisen. Für so geprägte Männer gehört die Gewaltbereitschaft zum Mannsein dazu. Gewalt ist für sie zumindest die ultima ratio, das letzte Mittel, das Männer legitimer Weise einsetzen dürfen, um ihre Anliegen und Ansprüche durchzusetzen.
Wir Männer sollten aus den Fehlern Kains lernen. Kain wird schuldig, weil er zulässt, dass der Neid ihn beherrscht und das Leben seines Bruders ihm gleichgültig ist. Er hört nur auf den Archetypen des Kriegers in ihm, dem Liebhaber gibt er keinen Raum. Darin liegt seine Schuld. Die Erzählung aber will sagen: Geschwister sind füreinander verantwortlich, Männer sollen einander solidarisch sein.

Männer dürfen Schwäche zeigen

Die Erzählung nimmt am Ende eine überraschende Wende. Kain, heimatlos und vogelfrei, wird das Leben nicht nur geschenkt, es wird zusätzlich durch ein Zeichen gesichert. Damit ist ausgesagt: Nicht das Verstecken, sondern das Offenlegen der Schuld schützt.
Das Kainszeichen widerspricht der tief sitzenden Männerangst, dass Schwäche zeigen tödlich sein kann. Es ermutigt, Schuld zuzugeben und Frevel öffentlich werden zu lassen. Ja, es verspricht gerade dem Sicherheit, der sich nicht versteckt, und es behauptet, dass nicht dem Starken, dem Unverletzlichen, sondern dem mit Fehlern Behafteten und von Schuld Gezeichneten Unversehrtheit zugesagt wird.
Das Kainsmal steht damit im Widerspruch zum Mal des Siegfrieds. Der Held des Nibelungenliedes verlor seine Unbesiegbarkeit gerade dadurch, dass er gezeichnet wurde. Sein Rivale konnte ihn töten, weil ein Zeichen seine Verwundbarkeit öffentlich machte. Während sich in dem altgermanischen Epos die Ängste des Mannes vor dem Offenlegen einer Schwäche widerspiegeln, ermutigt die Erzählung von Kain und Abel, Fehler und Vergehen nicht zu verbergen.
Die Idee des Kainszeichens ist eine Illusion geblieben. Und doch ist etwas Wahres an ihr. Denn auf Übertretung und Frevel folgen das Verbergen und die Lüge. Und Männer, die sich selbst belügen müssen, weil sie die Wirklichkeit nicht ertragen können und sich vor anderen ständig verstecken müssen, die keinen Ort haben, an dem sie mit einem Gegenüber offen über sich reden können, finden nur selten den Weg aus der Schuldverstrickung. Ja, wir werden die Gewalt im Miteinander nicht überwinden, wenn wir uns nicht mit der Gewalt in uns selbst auseinandersetzen.
Das Kainszeichen ermutigt Männer, ihre Unzulänglichkeiten und Fehler nicht länger zu verbergen. Es behauptet, dass unser Leben leichter wird, wenn wir unseren Schatten annehmen, unser Versagen eingestehen und uns mit unserer Fehlerhaftigkeit versöhnen.
Von den Schwierigkeiten eines Mannes , mit seiner Schwachheit umzugehen, ist im Folgenden die Rede.

Elia: Auch starke Männer werden müde

Im neunten Jahrhundert vor Christus lebte in Israel ein außergewöhnlicher Mann: Elia. Er ist in der jüdisch-christlichen Tradition eine Gestalt, die selbst die großen Propheten übertrifft und hat weit über seine Zeit hinaus Bedeutung. Auch im Neuen Testament wird an mehreren Stellen von ihm gesprochen: Er gilt als Vorläufer des Messias (MK 9, 11f), steht in der Verklärungsgeschichte gemeinsam mit Mose neben Jesus (Mk 9, 2f) und als Jesus am Kreuz betet, da dachten einige: ?Siehe, er ruft den Elia.? (Mk15, 35f).

Ein Mann kämpft für die Exklusivität Jahwes

Elia ist ein engagierter und glaubensstarker Mann. Er steht für Männer, die ein konkretes Ziel vor Augen haben und dafür Gesundheit und eigenes Wohlbefinden zurückstellen; für Männer, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, wenn es darum geht, ein lohnendes Ziel zu erreichen. Er ist ein Mann, dem es um die Sache geht, er ist hart gegen sich und andere.
Als strenger, asketischer Mann aus der Provinz, dem kleinen Ort Tischbe in Gilead, hatte Elia wenig Verständnis für das Lebensgefühl der Menschen im Nordreich. Vor allem in der Hauptstadt Samaria wurde deutlich: Israel war zu einem Staat mit zwei Nationalitäten und Religionen geworden. Weil König Ahab mit seinen Nachbarn friedlich zusammenleben und Handel treiben wollte, war er selbst in religiösen Fragen zu Kompromissen bereit und arrangierte sich mit den Andersgläubigen im Land.
Dazu kann und will Elia nicht schweigen. Er ist kompromisslos und streng mit dem Glauben der Väter verbunden. Als der König die phönizische Prinzessin Isebel heiratete und Altäre für die Götter Baal und Aschera aufstellen ließ, läuft das Fass über. Plötzlich, wie aus dem Nichts, steht der bis dahin völlig unbekannte Elia vor Ahab und droht ihm das Gericht Gottes an: ?So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe: es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn.? (1. Kön 17,1) Zunächst schien alles gut zu gehen. Die Trockenheit zwingt den König zur Besinnung und der Götterkampf auf dem Karmel (1. Kön 18, 19 bis 40 ) führt das Volk zu Jahwe zurück. Elia hat sein Ziel erreicht. Was wollte er mehr?
Da nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung. Der äußerlich so erfolgreiche starke Mann wird unversehens schwach. Eben noch auf der Höhe der Macht, flieht er Hals über Kopf in die Wüste. Alle Selbstsicherheit ist dahin. Der Prophet, der bisher in großer Vollmacht gewirkt hatte, ist ohnmächtig, kraft- und mutlos.
Wie ist dieser plötzliche Stimmungswechsel, diese Krise im Leben des Elia zu verstehen? - Der Ausbruch von Lebenskrisen geht fast immer einher mit dem drohenden Verlust von Lebenssinn. Elias Lebensziel war der Kampf gegen die Götter Kanaans. Ihm hatte er sich mit Haut und Haar verschrieben. Als er die Todesbotschaft der Königin vernimmt, sieht er sein Vorhaben gefährdet. Die Angst, er könnte mit seiner Aufgabe scheitern, löst bei Elia eine Lebenskrise aus.
So wie Elia geht es vielen Männern in der Mitte des Lebens. Sie werden sich plötzlich der eigenen Begrenzungen bewusst und realisieren, dass sie für Neues nur noch sehr wenig Zeit haben. Wenn die alten Lebensziele nicht mehr tragen und neue nicht oder noch nicht vorhanden sind, kann eine existentielle Leere aufbrechen. Besonders lebensbedrohlich wird eine solche Krise für Menschen, die sich einseitig auf wenige Lebensziele ausrichten. So wie Elia.
Bei Elia sind aber nicht nur die Lebensziele in Frage gestellt. Zu scheitern droht auch die Lebensmethode. Mit eiserner Gewalt, mit stählerner Härte, mit rücksichtslosem Kampf glaubte er, seine Aufgabe lösen zu können. ?Sei hart.? ?Sei kämpferisch.? ?Sei kompromisslos.? - diese oder ähnliche Sätze haben ihn geprägt. Psychologen nennen solche inneren Leitsätze ?Antreiber?, weil sie uns ständig unter Druck setzen, vorwärts peitschen und fordern.
Innere Antreiber sind bis zu einem gewissen Punkt hilfreich. Sie bringen voran und motivieren. Auch Elia hatte mit seinem inneren Leitsatz ?Sei hart und kämpferisch? zunächst Erfolg. Nun, als der Gegner plötzlich mächtiger ist als er selbst, versagt die gewohnte Lebensstrategie.
An Elia lässt sich aufzeigen, was Männer müde macht: Männer, die ganz für eine Sache - in der Regel ihren Beruf - leben, setzen oft zu hohe Erwartungen in die eigene Arbeit. Sie wollen sie nicht nur gut machen, sie wollen auch noch besser sein als die anderen. Um das zu erreichen, überfordern sie sich ständig, lassen sich von der Arbeit auffressen und nehmen sich nicht die nötige Zeit für Ruhe und Entspannung. Wenn dann der ersehnte Erfolg ausbleibt und die Grenzen der eigenen Kompetenz und Kraft deutlich werden, steigt die Gefahr des ?Burnouts?. Die Betroffenen werden oft über Nacht von Zweifeln geplagt, fühlen sich ?saft- und kraftlos?, ihre ?Batterie? ist leer.
Viele dieser Männer haben sich mit dieser Situation abgefunden. Sie fliehen von einer Ausschusssitzung zur nächsten, stürzen sich in Bautätigkeit und sind um einen prall gefüllten Terminkalender bemüht. Der Stressbauch und Bluthochdruck oder andere körperliche Symptome sind Anzeichen eines "Burnoutsyndroms?, das es zu überwinden gilt. Mit Hilfe der ?Inkompetenzkompensationskompetenz? (Odo Marquard) kann das Überfordertsein eine Zeit lang verschleiert werden. Die innere Leere wird nicht wahrgenommen, solange selbst das Ausgebranntsein noch als Erfolg umgedeutet werden kann, Hektik und Stress dem Betroffenen bescheinigen, dass er unersetzbar ist.
Besonders Männer, die sich isolieren und niemand haben, mit dem sie offen über ihre innere Not reden können, verbrennen innerlich. Sie werden müde, weil sie sich verzetteln und immer wieder neu in Aktivitäten stürzen, ohne nach dem Sinn des Ganzen zu fragen.
Aber auch das wird aus der Geschichte des Elia deutlich: Oft bringt erst der Zusammenbruch Männer zur Vernunft. ?Not lehrt beten.? - dieser Satz scheint besonders für Männer zuzutreffen. Denn solange alles planmäßig läuft, vermissen sie Gott nicht. Erst wenn der Körper nicht mehr mitspielt oder etwas Unerwartetes dazwischenkommt, wird Männern ihre Religiosität bewusst. So auch bei Elia. Erst als der Prophet nicht mehr weiter weiß, wendet er sich zum erstenmal betend an Gott. Dem Zusammenbruch nahe, betet er: ?Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele... .? (1. Kön 19, 4)

Gott ist anders

Elia will sterben, weil sein Selbstbild nicht mit seinem Wunschbild übereinstimmt. So wie Elia geht es vielen, die zu hohe Erwartungen haben und unerreichbare Ansprüche an sich stellen. Und weil sie sich nicht mit sich selbst versöhnen können, zerbrechen sie und werden anderen gegenüber unversöhnlich.

Elia ist aber letztlich nicht an seinem Selbstbild, sondern an seinem Gottesbild zerbrochen. Er hat sich Gott als einen Superbaal vorgestellt, einen, der in Feuer, Sturm und Beben daherkommt, einen starken Krieger, einen eifersüchtigen, männlichen Gott, hart und gerecht. Dieser Gott macht ihm Angst. Elia befürchtet, mit seinem Leben nicht vor ihm bestehen zu können. Schließlich sah er sich selbst als einen Versager, der nicht besser war als seine Väter. (1. Kön 19,4)
Doch er begegnet nicht dem strafenden Richter, sondern dem liebenden Gott. Der Mann Elia wird mit der weiblichen Seite Gottes, seiner sanften Gegenwart konfrontiert. Gottes Tun besteht allein darin, dass er dem geschlagenen und verzweifelten Propheten nahe ist. Da erkennt Elia: Gott trägt mich auch im Scheitern, er hält trotz meiner Fehler zu mir, er lässt mich wegen meiner Schuld nicht allein. Dieser Gott hält ihn bergend und schützend im Mantel der Stille.

So wie Elia haben viele Menschen gerade in der Krise Gott erfahren dürfen. Als auf nichts mehr Verlass war, fühlten sie sich von Gott still und leise getragen. Rainer Maria Rilke hat diese Krisenerfahrung in Versform gebracht:

?Wir alle fallen... Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.?

Petrus: Ein Mann voller Widersprüche Der Elia des Neuen Testamentes heißt Petrus. Zumindest haben die beiden, der Prophet und der Apostel, viel miteinander gemein. Petrus ist ein erfolgreicher und einflussreicher Mann. Er ist als Glaubenskämpfer, Märtyrer und als Haupt der ersten Christenheit sehr geachtet worden. Er ist der erste Jünger, dem der Auferstandene erschienen ist. (1. Kor 15,5), er ergreift die Initiative zur Nachwahl des zwölften Apostels, sammelt alte und neue Anhänger und leitet die Jerusalemer Gemeinde. Die Apostelgeschichte weist auf die Vollmacht seines Handelns hin: die Predigten im Tempel von Jerusalem (Apg 3,6) und das mutige und selbstbewusste Auftreten vor dem Hohen Rat (Apg 4,1; 5,17). Auf Einschüchterungsversuche antwortet er mit dem bekannten Satz: ?Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.? (Apg 5,29) Vor allem in den Berichten in der Apostelgeschichte wird Petrus als erfolgreiche und starke Persönlichkeit dargestellt. Ein Mann lernt glauben Auch die Evangelien schildern den Fischer Simon Petrus aus Galiläa als einen mutigen und temperamentvollen Mann, einen Mann der Tat. Sein Reden und Handeln ist durch Idealismus geprägt. Er handelt impulsiv und ist schnell zu begeistern. Petrus, der männlichste unter den Jüngern, ist aber nicht ohne Widersprüche. Er steht für Männer, deren Emotionalität sich im kraftvollen, spontanen Handeln ausdrückt. Ähnlich wie Elia neigt Petrus dazu, sich selbst zu überfordern. Auch er ist nicht frei von Selbstüberschätzung. Eine Schlüsselszene für diese Aussage findet sich im 14. Kapitel des Mat-thäusevangeliums. In seiner Begeisterung für Jesus tut Petrus alles, um zu ihm zu kommen. Mitten auf dem See steigt er aus dem Boot und läuft über das Wasser auf Jesus zu. In seiner Selbstüberschätzung will er die natürlichen Hindernisse überwinden, doch da stößt er an seine Grenzen und kann nur noch die ausgestreckte Hand von Jesus ergreifen. In dem Schrei nach Rettung wird ihm bewusst, dass er sich wieder einmal zu viel zugetraut hatte. In den Texten der Evangelien wird immer wieder deutlich: Petrus ist ein Mann, der sehr gefühlsbetont und aufbrausend reagiert. Aber ebenso rasch wie seine Gefühle aufwallen, so schnell ebben sie auch wieder ab. Eben noch versichert er seinem Herrn: ?Wenn sie auch alle Ärgernis nehmen, so will ich doch niemals Ärgernis nehmen an dir.? (Mt 26,33) und schon wenige Stunden später behauptet er: ?Ich kenne den Menschen nicht!? (Mt 26,74) So schnell verlässt ihn der Mut. Die Tapferkeit, mit der er noch im Garten Gethsemane das Schwert zog, verwandelt sich in Angst. Hinter dem lautstarken, dynamischen und waghalsigen Führer entdecken wir nun einen verängstigten und unsicheren Mann. Mit der Festnahme Jesu war sein Traum vom Reich Gottes wie eine Seifenblase zerplatzt, der Held verwandelte sich in ein Häufchen Unglück: ?Und er ging hinaus und weinte bitterlich.? (Mt 26,75) ?Männer weinen nicht!?, das hat man uns schon als kleine Jungen beigebracht. Dass Tränen heilend sein können, lernen wir von Petrus. Für ihn war die schwerste Stunde seines Lebens auch eine heilsame. In dem Augenblick, in dem er sich weinend fallen lässt und sich sein Scheitern eingesteht, wendet sich seine Not. Plötzlich wird ihm seine Abhängigkeit und Hilflosigkeit bewusst. Als er sich selbst nicht mehr helfen kann, lernt er, Hilfe anzunehmen - Hilfe, die er bisher nicht wahrhaben wollte, Hilfe, die er aus falschem Stolz nicht wahrnehmen konnte, Hilfe, die er aus der Einbildung heraus übersehen hatte, das Leben allein in den Griff zu bekommen. Seine Verzweiflung und Ratlosigkeit erweist sich als Beginn einer neuen Haltung, einer neuen Selbsteinschätzung: nicht mehr selbst verfügen zu wollen und eigene Lösungen - wenn nötig gewaltsam - durchzusetzen, sondern Gott verfügen zu lassen. Petrus, der Fels, fasziniert weniger durch Kraft, Mut und Stärke. Er wird zum Wegweiser und Vorbild des Glaubens, weil er sich in seiner Schwachheit bedingungslos Gott anvertraut. Nur aus solch ?felsenfestem? Vertrauen heraus kann er zu Jesus sagen: ?Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.? (Joh 6,68) Gerade in diesem Eingeständnis überschreitet er die Grenze seiner selbst. Und indem er das tut, kann der Mann Petrus für Männer zum Helfer und Vorbild des Glaubens werden. Vom Umgang mit der Macht Man könnte ihn lieb gewinnen, den Sprecher der Jünger Jesu, wenn da nicht noch die Geschichte mit Hananias und Saphira wäre. (Apg 5,1ff). Die beiden hatten ihren Acker verkauft, aber nur einen Teil des Erlöses der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Petrus wirft ihnen vor, Gott belogen zu haben und jagt ihnen einen sochen Schrecken ein, dass beide sterben. Das Bild, das hier von Petrus gezeichnet wird, stimmt nachdenklich. Es passt so gar nicht in das Selbstbild der ersten Christen, die von sich sagten, dass sie ein Herz und eine Seele seien. (Ag 4,32) Im Gegenteil. Die Erzählung spiegelt eine Arroganz der Macht wider, die um eines Prinzips willen eher Menschen opfert, als eine Frau und einen Mann in ihrer Begrenztheit anzunehmen. Petrus wird hier wie ein christlicher Jakobiner dargestellt. Der erste Gemeindeleiter scheint die Wahrheit mit autoritären Methoden, moralischem Druck und Angst durchgesetzt zu haben. Er wird als ein Mann geschildert, der absoluten Gehorsam erwartet und Einfühlungsvermögen vermissen lässt. Die Erzählung von Hananias und Saphira weist uns Männer auf die Gefahren des Umgangs mit der Macht hin. Sie warnt vor Rigidität und Gewalt um eines hehren Prinzips willen. Petrus ist auch hier nicht das strahlende Vorbild. Er bleibt bis zum Schluss widersprüchlich. Als Mann mit zwei Seiten erinnert er uns an unsere eigene Zwiespältigkeit. Im Versagen des Petrus können wir die dunkle Seite unserer eigenen Person entdecken. Und im Vertrauen auf Jesus - wie Petrus es auch hatte - können wir mit unserer dunklen Seite vor Gott treten. Denn an der Geschichte des Petrus wird deutlich: Gott beruft Menschen zum Glauben, keine Heiligen. Und das ist ermutigend.

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Erich Lehner: Wann wird der Mann ein Mann?

Zwei Szenen

Auf einem ländlichen Pfarrfest:
Eine Pfarrgemeinde feiert ihren Kirchtag mit einem großen Pfarrfest mit Frühschoppen, Blasmusik und einem eigenen Kinderfest. Die Hüpfburg, die eigentlich für die Kinder aufgestellt wurde, wird selbstverständlich bald auch von jugendlichen Burschen benützt, die die Hüpferei zwar kindisch aber ?geil? finden, - und natürlich hüpfen sie mit der Zeit extrem hoch. Dies löst wieder Sorge und Angst bei den Kindern und bei deren Eltern aus, was die Jugendlichen jedoch nicht wahrnehmen. Während einer Pause der Musikkapelle kommt ein junger Musikant zur Hüpfburg. Sofort wird er von seinen Freunden aufgefordert mitzuspringen. Er lehnt ab, indem er auf seine Uniform zeigt und meint, die darf nicht schmutzig werden, aber dann wenn sie (die Musikanten) nicht mehr spielen, würde er kommen. Ein Freund antwortet jedoch: ?Du kommst nur deshalb nicht, weil du feig bist, feig, feig, feig!? ? Der Musikant fragt weiter, wo M. ist. M. sitzt in der Hüpfburg weiter hinter, hat einen dreijährigen Buben auf seinem Schoß und ist umgeben von gleichaltrigen Mädchen, die sich bisher um diesen kleinen Buben gekümmert haben. Die Antwort des Burschen: ?M. sitzt da hinten und spielt Kindergärtnerin.? ? Gelächter bei den Burschen.

Auf diesem Fest gibt es eine Station, an der Brot gebacken wird. Frauen machen den Teig und helfen den Kindern, diesen Teig auf längeren Holzstäben festzumachen. Mit diesen Holzstäben können die Kinder ihr Brot über einer offenen Glut, für die wieder Männer verantwortlich sind, backen. Ein kleiner Bub hat sein Brot zu sehr über das offene Feuer gehalten, so dass es ganz verbrannt und schwarz wurde. Er fragt die Frau, ob er das essen könne. Sie sagt: ?Nein, es ist besser wenn du dir ein neues Brot bäckst.? Der Mann am Feuer ruft in die Antwort hinein: ?Aber ja, das kann man schon essen.? Es folgt ein kurzer Wortwechsel, in dem die Frau erklärt, dass dieses Brot ungesund sei und es besser ist ein Neues zu backen. Der Mann beharrt auf seine Meinung: ?Da darf man nicht so zimperlich sein.? Der Bub beginnt zu weinen. Der Mann sagt: ?Ihr müsst nicht immer die Tante fragen.? ? und geht ab.


Undramatische Alltäglichkeit

Szenen, wie sie tagtäglich in allen (auch christlichen) Milieus sich ereignen. Szenen, die aber gerade in ihrem nicht-dramatischen und unspektakulären Ablauf immense sozialisatorische Wirkung haben. In beiden Fällen wird ein völlig unlogisches Verhalten zum Interaktionsmedium unter Jungen bzw. Männern. In der ersten Szene wird die sachlich gerechtfertigte Weigerung, aufgrund der Uniform nicht in die Hüpfburg zu gehen, ignoriert und stattdessen mit Feigheit gedeutet. Dadurch eröffnet sich eine Dynamik der Konkurrenz unter Männern. Diese Männerkonkurrenz ist jedoch schon vorher aufgetreten, als die Jugendlichen in der Hüpfburg ?nur? gesprungen sind, was bei der notwendigen Vorsicht auf die kleineren Kinder kein Problem darstellen muss. Die Dynamik männlicher Konkurrenz tritt jedoch dann auf, als sich diese Jugendlichen in ihrem Tun aufeinander beziehen, sich dadurch zu immer höheren und gewagteren Sprüngen animieren und dabei ganz auf die kleineren Kinder in der Hüpfburg ?vergessen?. Dieses Element ist ebenfalls in der zweiten Szene enthalten. Denn die Botschaft des Dialogs zwischen dem Mann und dem Jungen lautet: ?Ein Mann isst dieses verbrannte Brot?. Nicht ausgesprochener Zusatz: ?auch wenn es nicht schmeckt und sogar gesundheitsgefährdend ist?. Darin enthalten ist selbstverständlich auch die Botschaft an den kleinen Buben, ?Wenn du nicht fähig bist, dieses Brot zu essen, wirst du kein Mann.? Auch ein zweites Element männlicher Sozialisation wird in diesen Szenen augenscheinlich: die Abwertung der Frau. In der ersten Szene wird der Jugendliche, der sich verantwortlich um ein Kleinkind kümmert, durch Feminisierung lächerlich gemacht und abgewertet. In der zweiten Szene wird die Frau und ihr Anliegen trotz ihrer sachlich richtigen Argumente nicht respektiert, ebenfalls lächerlich gemacht, und dadurch abgewertet.

Was diese beiden Szenen, die sich an einem Tag und einem Fest ereignet haben, so außergewöhnlich macht, ist einerseits der Bezug zwischen den Generationen und andererseits ihre undramatische Alltäglichkeit. In diesen Szenen geht es nicht nur um das Verhalten von Pubertierenden. Vielmehr spiegelt sich in ihrem Verhalten das Verhalten erwachsener Alltagsmänner wider. Denn auch der Mann der zweiten Szene fungiert nicht als ?Parademacho?, sondern gilt als ein äußerst sozial engagierter Mann, der zu den Säulen seiner Gemeinde zählt. Versucht man im Lichte dieser beiden Geschichten, die exemplarisch Strukturen männlicher Lebenserfahrung wiedergeben, die eingangs gestellte Frage, wann denn der Mann ein Mann wird, zu beantworten, muss man folgendermaßen formulieren: Ein Mann wird dann ein Mann, wenn er durch Frauenabwertung und andere Männlichkeitserweise in der Gruppe der Männer bestanden und sich dadurch die Anerkennung durch andere Männer erworben hat. Eine These, die gewagt klingt und deshalb näher erläutert werden soll.

Hegemoniale Männlichkeit

In dieser These spiegelt sich eine alte Erfahrung wider, die Georg Simmel schon an der Wende des 19./20 Jahrhunderts folgendermaßen ausgedrückt hat: ?Für den Mann ist die Geschlechtlichkeit ein Tun, für die Frau ein Sein.?(1) Mann ist man nicht, sondern Männlichkeit muss man sich erst erwerben und erhalten. Wie diese zu erwerbende Männlichkeit ausschaut und was ein männliches Kind bzw. Jugendlicher tun muss, um sie zu erwerben, hängt von der jeweiligen Art und Weise ab, wie Männlichkeit(en) in einer bestimmten Gesellschaft zu einem bestimmten historischen Zeitpunkt konstruiert sind. Robert W. Connell meint, dass es in jeder Gesellschaft eine hegemoniale Männlichkeit gibt. Diese hegemoniale Männlichkeit ist ein gesellschaftlich konstruiertes Bild der Männlichkeit (sie ist keine persönliche Charaktereigenschaft), das dem doing gender der meisten Männer einer Gesellschaft als Orientierungmuster zugrunde liegt. Hegemoniale Männlichkeit soll die dominante Position des Mannes im Geschlechterverhältnis weiterhin aufrecht erhalten. Ein wesentliches Element ist die fundamentale Unterordnung von Frauen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Männer gleich dominant und privilegiert sind. Auch in der Gruppe der Männer ergeben sich noch einmal Hierarchien, indem bestimmte Formen der Männlichkeit untergeordnet (z.B. homosexuelle Männer) oder gar ausgegrenzt werden (z.B. Männer aus anderen Kulturen und Ethnien). (2) Entscheidend für den Aufstieg und Abstieg in der Hierarchie der Männer ist der Grat, wie sehr man sich dem Bild der hegemonialen Männlichkeit nähert.

Teilhabe an Privilegien Männliche Sozialisation ist nun jener Prozess, der männliche Kinder und Jugendliche ?psycho-somatisch? (Bourdieu) zurüstet, innerhalb einer von hegemonialer Männlichkeit dominierten Gesellschaft zu bestehen. Er wird diesen Jugendlichen die Teilhabe an den Privilegien der Männer bieten, er verlangt ihnen aber auch ein gewaltiges Maß an Verzicht ab. Sie müssen lernen, eine Distanz zu ihrer eigenen emotionalen Innenwelt aufzubauen, vor allem zu Gefühlen wie Angst und Schwäche (?feig, feig, feig?) (3). Ebenso müssen sie eine Distanz zum eigenen Körper aufbauen. (?Freilich kann man das essen.?) Sie sind gezwungen zärtliche, empathische Beziehungen zueinander, zu Schwächeren und auch zu Frauen zu vernachlässigen. (?Kindergärtnerin?, ?Ihr müsst nicht immer die Tante fragen.?) Stattdessen müssen sie lernen, sich mit anderen Jugendlichen und Männern zu messen und zu bestehen. (das kindische aber ?geile? Hüpfen, ?Freilich kann man das essen.?) Dabei sind sie zum größten Teil auf sich selbst verwiesen. Nach wie vor erhalten Jungen und Burschen einen größeren Freiraum als Mädchen, d.h. sie haben viel mehr Freiheiten und nehmen für sich und ihre Aktivitäten viel mehr öffentlichen Raum in Anspruch. (4) Diese Freiheit ist aber verbunden mit Einsamkeit und weitgehend sich selbst überlassen sein. Sie müssen ihre Konflikte untereinander selbst aushandeln, ohne die moderierende Unterstützung von Erwachsenen, am allerwenigsten von männlichen Erwachsenen. Männlichkeit erfahren Jungen hauptsächlich als Botschaft von außen (?Freilich kann man das essen?; hingewiesen sei auch auf die Männlichkeitsbilder der Medien), selten in Form von greifbaren männlichen Bezugspersonen, die sich mit empathischen Verstehen auf Beziehungen mit jugendlichen Männern einlassen und sich mit ihnen partnerschaftlich ?reiben?. Orientierung an idealisierten Männerbildern Es verwundert deshalb nicht, dass das Prinzip der männlichen Hierarchie schon unter Kindergartenkindern sichtbar wird, wo es darum geht wer der ?Boss? ist, was wiederum die Unterordnung und Ausgrenzung anderer zur Folge hat. Freilich, dies wird nicht so sehr sichtbar in ihren Beziehung zu Erwachsenen, sondern vor allem dort, wo sie unbeobachtet in der Gruppe sind. (5) In der jugendlichen Peer-group wiederholen sich diese Verhaltensmuster. Diese Gleichaltrigengruppen könnten für Jugendliche eine Chance sein, im Kontakt untereinander flexibleres Geschlechtsrollenverhalten auszuprobieren und zu erlernen. Stattdessen dominiert auch hier Abgrenzung: Abgrenzung gegenüber den Eltern, dem Vater und älteren Männern, stattdessen Orientierung an idealisierten Männer-Bildern; Abgrenzung gegenüber anderen jugendlichen Männern in der Clique, denen gegenüber man sich mittels Ritualisierungen als Mann erweisen muss; Abgrenzung aber auch gegenüber den Mädchen. Sie werden zwar als Sexualpartnerinnen und mit ihren Fähigkeiten wie Zuhören, Konflikte schlichten, für angenehme Atmosphäre sorgen, etc. gebraucht. Gleichzeitig muss man sich aber von ihnen als ?Gegenstück? zur eigenen männlichen Identität abgrenzen. Man darf gegenüber den eigenen Geschlechtsgenossen nicht den Eindruck erwecken, man wäre Frauen ?hörig?. In der Folge werden Mädchen und weibliche Fähigkeiten abgewertet (?Kindergärtnerin.?) (6) Rituale - Spiegelbilder gesellschaftlicher Realität Kulturgeschichtlich lässt sich die große Bedeutung männlicher Initiationsrituale in der Produktion von Männlichkeit studieren. Diese Rituale hatten jedoch nicht die Funktion jungen Männern zu helfen, ihr eigenes Mann-sein zu entwickeln, sie sollten diese Burschen vielmehr in das gesellschaftlich erwünschte Mannsein hineinführen. Dieser Zwangscharakter des Rituals war umso stärker, je härter die Männlichkeit als Ziel war. Je härter das Überleben einer Gesellschaft war und je kriegerischer die Männer sein mussten, desto härter und schmerzerfüllter waren die Elemente der Initiationsriten. Rituale sind so gesehen Spiegelbilder gesellschaftlicher Realitäten, die selbst keine neue Männlichkeit entwickeln, sondern Ausdruck der hegemonialen Männlichkeit sind.(7) Auch gegenwärtig sind Rituale wirksam. Diese Initiationsformen werden jedoch immer weniger als sichtbare und bewusste Rituale vollzogen, sondern zunehmend als stereotype Handlungsabläufe, für die eher der Begriff Ritualisierung (8) passt. In diesen Ritualisierungen geht es um Wettkampf und Rivalität, sie sind geprägt von Sprachlosigkeit und zeigen oft destruktive Verhaltensweisen. Ihnen muss sich ein Junge unterwerfen, will er sich die Anerkennung der Gruppe und dadurch der Männergesellschaft erwerben. Solche Ritualisierungen sind vielfältig, sie lassen sich im Bedeutungsgehalt des Führerschein und von Autos unter männlichen Jugendlichen, im Alkoholkonsum oder im Gebrauch eines bestimmten (sexistischen) Sprachcodes in einer Gruppe erkennen. Sie können aber auch gewalttätige Formen annehmen. Jungen, die nicht in solchen peer-groups sind, werden zumindest über das Ausstrahlen des Cliquenverhaltens beeinflusst. Selbst Jungen, die bei diesen Ritualisierungen so wenig wie möglich aktiv mittun, sich von diesen Gruppen fernhalten und sich möglicherweise besser mit Mädchen verstehen, bleiben in ihrer Identitätsentwicklung auf die Männergruppe verwiesen. Diese Anerkennung ist ein höchst fragiles Gut, die sich der einzelne Mann durch immer wieder neue Männlichkeitserweise erwerben und erhalten muss. Auf die Frage, wann ein Mann ein Mann wird, lässt sich deshalb kein Zeitpunkt innerhalb der Adoleszenz angeben, sondern es geht um einen lebenslangen Prozess. Beziehungen leben Jungenarbeit hätte nun die Aufgabe, dass Jungen die Möglichkeit erhalten, die Bedingungen ihrer männlichen Entwicklung im Kontakt untereinander wahrzunehmen, sie zu reflektieren und gemeinsam zu bearbeiten, um dadurch eine möglichst große Flexibilität im Geschlechtsrollenverhalten zu erlernen. Aufgrund der engen Beziehung zwischen den Generationen ist eine Grundvoraussetzung für die Jungenarbeit, dass erwachsene Männer über sich selbst und ihre Beziehungen zu Männern und Frauen reflektieren und authentisch kommunizieren können. Denn Jungen und Jugendliche brauchen keine männlichen Vorbilder. Sie brauchen vor allem Männer, die bereit sind mit ihnen Beziehungen einzugehen, in denen offen und respektvoll auf partnerschaftlicher Ebene Auseinandersetzung möglich ist. Jungen und Jugendliche brauchen aber ebenso Frauen, die sich mit ihnen auf diese Art und Weise auseinandersetzen. Im Grunde brauchen sie männliche und weibliche Menschen, die Beziehungen leben können, in denen Geschlecht und Geschlechterverhältnisse erfahrbar, benennbar und letztendlich gestaltbar werden.(9) Anmerkungen (1) Simmel, Georg: Schriften zur Philosophie und Soziologie der Geschlechter. Frankfurt 1985, 204) (2) Connell, Robert W.: Masculinities. Oxford 1995, 76ff; vgl. Meuser, Michael: Geschlecht und Männlichkeit. Soziologische Theorie und kulturelle Deutungsmuster, Opladen 1998, 98 (3) Die kursiv geschriebenen Ausdrücke in der Klammer beziehen sich jeweils auf die Szenen. (4) Stöckli, Georg: Eltern, Kinder und das andere Geschlecht. Selbstwerdung in sozialen Beziehungen, Weinheim 1997, 189 (5) Rohrmann, Tim: Jungen in Kindertagesstätten. In: Kaiser, Astrid (Hg.): Koedukation und Jungen. Soziale Förderung in der Schule, Weinheim 1997, 22f (6) Böhnisch, Lothar/ Winter, Reinhard: Männliche Sozialisation. Bewältigungsprobleme männlicher Geschlechtsidentität im Lebenslauf, Weinheim 31997, 83f (7) Lehner, Erich: Männer an der Wende. Grundlagen kirchlicher Männerarbeit, Innsbruck 2001, 106f , 227f u. 240; Dies soll auch eine kritische Anmerkung an die mythopoetische Männerbewegung sein, die Initiationsritualen eine große Bedeutung zuschreibt. (8) Böhnisch/Winter, a.a.O., 85 (9) Lehner, Erich: Brauchen Jungen Vorbilder? In: Bieringer, Ingo/ Buchacher, Walter/ Forster, Edgar J. (Hg.), Männlichkeit und Gewalt. Konzepte für die Jungenarbeit, Opladen 2000, 123f

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Urs Hofmann: Neue Väter braucht das Land

Unbefangen befangen

Da liegt es, das Kindlein, nicht auf Heu und nicht auf Stroh, eher auf einem Wickelkissen, der junge Vater betrachtet es trotzdem froh. Er ist stolz auf sein kleines Töchterchen, ein rosiges Mädchen. Frisch gestillt und sauber gemacht gluckst es zufrieden vor sich hin. Liebevoll streicht ihm der Vater über die Haare, am Gesicht vorbei zum Hals, dann über die Brust zum Bauch und - ja, was nun: hier ist es, das Geschlecht des Mädchens... beunruhigend, auch bei einem Säugling. Die Unbefangenheit der Kleinen macht die Sache nicht einfacher, ganz im Gegenteil.

Was soll er machen, der junge Vater? Weiterstreicheln? Die Schamgegend einfach auslassen und bei den Beinen weiterfahren? Wäre das nicht schade? - denn auch das kleine Mädchen ist besonders empfindsam an seinem Geschlecht... Ist es nicht wichtig, gerade dieses Körperteil auch zu liebkosen? Wie würde das Kleine reagieren? - und wie der Vater? Würde ihn das nicht sexuell stimulieren? Falls ja, was dann? - und was, wenn die Mutter dazu käme und ihn beim Streicheln sähe? Würde sie erschrecken und ihn für eines dieser Schweine halten? Und - hätte sie womöglich nicht ganz unrecht?

Ich habe nicht mit vielen Vätern über solche Situationen gesprochen, doch bei den meisten davon kam diese Verunsicherung zur Sprache. Einer davon erzählte mir, er habe sich aus diesem Grund von der Wickeltätigkeit ferngehalten. Ein anderer erledigte das Wickeln rasch und spielte dann mit dem gewickelten, sonst nackten Kind. Wir Männer sind nicht unbefangen mit Nacktheit, auch wenn es die unserer Kinder ist. Auch ohne Berührungen können uns nackte Kinder beunruhigen. Wir sind auf Voyeurismus getrimmt, von der Werbung in dieser Neigung trainiert: Überall macht Frauenfleisch, 1a Qualität, auf irgendwelche Produkte aufmerksam. Neuerdings werden sogar Nachrichtensendungen und Polit-Diskussionen mit Striptease angereichert. Die Öffentlichkeit wird zunehmend sexualisiert, wir können uns dem kaum entziehen. Und dann sind wir plötzlich Väter, Väter kleiner, unbefangener, manchmal nackter Kinder, die unsere Pflege benötigen. Die sich streicheln lassen, das genießen, ohne Scham und voll Vertrauen.

Von Sexualtätern heißt es, sie seien in der Regel Wiederholungstäter. Sie gehen geplant, berechnend vor und sie haben meistens keine Schuldgefühle. Wenn sie ein Opfer verlieren, suchen sie sich ein neues. Ich weiß, dass es solche Täter und seltener, Täterinnen gibt. Doch ob alle so sind? Durch meine Arbeit bin ich verunsichert worden: zu oft bin ich Tätern begegnet, die einmalig Übergriffe machten, dann erkannten, was sie taten und sich selber kontrollierten. Sie litten unter massiven Schuld- und Schamgefühlen und waren fast froh, dass sie auf ihr Vergehen angesprochen wurden, auch wenn es schon Jahre zurücklag. Aufgrund einiger Begegnungen mit solchen Tätern frage ich mich, ob ihre Zahl nicht weit höher ist, als im allgmeinen angenommen. Die Chance, dass sie juristisch zur Rechenschaft gezogen werden, ist äußerst gering. So erscheinen sie in den Statistiken kaum.

Sexuelle Ausbeutung

Sexuelle Ausbeutung beginnt dort, wo jemand sich selber sexuell stimuliert, ohne dass das Gegenüber informiert ist und frei zustimmen kann. Wenn ein Vater seinen Säugling untersucht und damit seine voyeuristischen Neigungen befriedigt, beutet er aus. Wenn er die Geschlechtsteile des Kindes manipuliert und sich dabei selber erregt, beutet er aus. Wenn er in der Badewanne mit seinem Kind dafür sorgt, dass das Kind sein Glied stimuliert, beutet er aus. Es muss nicht immer um eine Vergewaltigung gehen, die meiste Ausbeutung mit kleinen Kindern geschieht ohne Penetration.
Viele Täter machen das ohne Unrechtsbewusstsein: Sie gehen, patriarchal geprägt oder durch eigene Ausbeutungserfahrungen verdorben, davon aus, dass sie ein Recht darauf haben. Sie erregen Abscheu und verdienen den auch, egal, woher ihre Taten motiviert sind. Andere Täter, so meine Vermutung, wissen genau, dass sie nicht tun sollten, was sie tun. Aber sie werden nicht fertig mit der sexuellen Stimulation: Ein Lehrer kann den Blick kaum abwenden von den tiefen Dekolletés der jungen Frauen in seiner Klasse. Träume von Zärtlichkeiten mit seinen Schülerinnen bedrängen ihn. Ein junger Mann möchte so sehr endlich wissen, wie ein Mädchen untenrum ausschaut, real und nicht bloß in Bildern, dass er ein kleines Nachbarsmädchen zu sich ins Zimmer lockt und auszieht. Ein Vater kommt nicht klar mit dem Kokettieren seiner Tochter und so zeigt er ihr halb ernst, halb spielerisch, was sie bei ihm an Erregung auslöst. Sie ist schockiert und auch er erschrickt.

Was bezwecke ich mit dieser Unterscheidung der beiden Täterarten? - Macht sie für die Betroffenen einen Unterschied? - Ich glaube tatsächlich, dass das so ist. Wenn das gesunde Empfinden für das Unrecht der Situation durch den Täter nicht umgedeutet, sondern zugegeben wird, und sei das auch ohne Worte, sind solche Ausbeutungssituationen weniger schwer zu verdauen. Schädlich sind auch sie, das möchte ich in keiner Weise verniedlichen: auch in ihnen wird Vertrauen missbraucht und damit das Kontaktverhalten gestört, auch durch sie kann die Sexualentwicklung irreversibel geschädigt werden.

Meine Unterscheidung ist nicht von den Betroffenen her motiviert. Ich glaube, sie ist wichtig zur Prävention sexueller Ausbeutung. Die Diskussion ist gegenwärtig hysterisiert, die überführten Täter werden dämonisiert. Das verhindert, dass die zweite Täterart sich äußern und so sich auch keine Hilfe verschaffen kann. Dadurch wird die Gefahr erhöht, dass sie tatsächlich ausbeuten. Wäre den jungen Vätern klar, dass sie nicht alleine sind in ihrer Verunsicherung, könnten sie sich sogar mit anderen Vätern oder mit einer Vertrauensperson darüber unterhalten, dann wären sie und ihre Kinder besser geschützt. Könnte ein Lehrer in einer Supervision von seinen unangepassten Träumen sprechen, dann würde er den Weg zu einem guten, wertschätzenden Umgang mit den Schülerinnen seiner Klasse leichter finden. Erfolgte Ausbeutung könnte leichter zugegeben werden, die Täter könnten die Verantwortung dafür leichter übernehmen, was den Betroffenen am meisten dienen würde. Viele Ausbeutungsopfer wünschen sich nichts mehr als das Eingeständnis des Täters, dass er unrecht tat.

Neuer Umgang mit Ausbeutung Neue Väter reichen nicht aus für diese Wandlung in der Gesellschaft. Es braucht einen neuen Umgang mit Ausbeutung, ein neues Bewusstsein, dass die Fähigkeit zur Ausbeutung grundsätzlich weit verbreitet ist, dass Männer und Frauen auch ausbeuten können aufgrund ihrer Unfähigkeit, mit sexueller Stimulation gut umzugehen. Dabei kann die Erkenntnis hilfreich sein, dass ein guter Umgang in der so stark sexualisierten Öffentlichkeit heute schwieriger geworden ist. Es braucht heute mehr, anständig zu bleiben. Das gilt für Väter und andere Bezugspersonen genauso wie für professionelle Pädagoginnen und Pädagogen. Es muss Anlaufstellen geben für Männer und Frauen, die bereits ausgebeutet haben oder die sich gefährdet sehen. Ein Hinweis darauf sind bedrängende Fantasien. Wer bereit ist, seine Ausbeutungsneigungen zu bearbeiten, verdient weitgehende Unterstützung. Dass die Schwere sexueller Ausbeutung nicht bagatellisiert werden darf, ist die Kunst dabei. Es geht letztlich darum, die Sünde beim Namen zu nennen und zu hassen, dem Sünder jedoch zur Heilung zu verhelfen. Wer, wenn nicht die kirchlichen Kreise, könnte dazu in der heutigen Gesellschaft eine führende Rolle übernehmen? Zärtliche Kommunikation Das öffentliche Bild der männlichen Sexualität ist ein sehr einseitiges, auf die Geschlechtsteile und den Orgasmus fixiertes Bild. Sexualität ist viel breiter, umfassender, sie kommt sogar aus ohne die Spannung zwischen den Geschlechtern. Vielleicht ist es einfacher, weniger verwirrend, dabei von Zärtlichkeit zu sprechen: vom Streicheln, vom Verharren in einer Umarmung oder einer anderen Berührung, von der Kommunikation durch die Haut, durch den Geruch, über die Augen. Zärtliche Kommunikation ist getragen von der Haltung: du bist mir wertvoll. Wenn Männer die Fixierung auf Penis, Penetration und Orgasmus verlassen, wird ihr Erlebnisspektrum stark erweitert. Hier können sie auch den Bedürfnissen ihrer Kinder begegnen, ohne ihnen Gewalt anzutun: ohne erwachsen-sexuelle Regungen ist alles erlaubt, das gegenseitig erwünscht ist. Kinder und Erwachsene können diese Zärtlichkeiten vorbehaltlos genießen und sie tun es auch. Dass es dabei auch zu genitaler Erregung kommen kann, ist vielleicht beunruhigend, aber irrelevant, wenn der Erwachsene sich davon distanziert: «Du, mein liebes Glied, hast jetzt nichts zu suchen». Das ist absolut möglich, entgegen dem Gerücht von der Lokomotive, die, einmal in Fahrt, nicht mehr zu bremsen ist (welch grandioser Vergleich!). Wir sind nicht aus Stahl und auch keine Tiere. Der Penis ist nicht das einzige Steuerungsorgan, das uns zur Verfügung steht, auch bei Zärtlichkeiten nicht. Respekt ist ein Schlüsselwort im guten Umgang miteinander, Respekt vor den Persönlichkeiten der anvertrauten Kinder, eigentlich aller Menschen, mit denen wir es zu tun haben. Menschen sind heilig, unantastbar in ihrer Würde, das gilt für Neugeborene wie für Erwachsene und auch für Greise. Respekt verhindert ein Eindringen in die Intimität des Gegenübers, ein unberechtigtes Mir-Etwas-Holen, damit auch sexuelle Ausbeutung. Er fördert das Mitgefühl, die Achtung vor dem Anderen, vor seinen Wünschen und Grenzen. Auch hier gibt es viele öffentliche Tendenzen, die diese Haltung untergraben. Big Brother ist nur ein Beispiel dafür. Eine tiefere Kraft gegen den Respekt voreinander liegt im Muster der Leistungsgesellschaft, besser sein zu müssen. Es lässt wenig Raum für Achtung. Zärtliche, respektvolle Väter braucht das Land, Männer, die um die Gefahren sexueller Ausbeutung wissen. Sie erkennen eigene sexuelle Regungen beim Spielen mit Kindern und weisen sie in die Schranken. Sie knuddeln die Kinder - solange diese das wünschen! - sie streicheln sie, am Kopf, am Hals, auf der Brust, an den Beinen. Die Geschlechtsregion - um zum Anfang zurückzukehren - würde ich respekt- und liebevoll auslassen in den Berührungen. Hier wird, viel später mal, jemand anderer Berührungen wagen. Nicht zu vergessen hingegen ist der Rücken: er ist unverfänglich und er ist hungrig nach Berührung, gerade bei Neugeborenen, die ihre Stütze im Bauch der Mutter verloren haben. Ihm kann man Nahrung geben in Form von Wärme, wenn das Kind in der Hängematte auf dem Bauch des Vaters liegt, den Blick in die Welt hinaus gerichtet. Der Rücken kann auch beklopft werden, beim Singen mit Rhythmus versehen werden. Das Kind wird dann zur Trommel. Vieles ist möglich, vieles tut gut. Väterliche Zärtlichkeit, wo auch immer vermittelt, stärkt den Kindern den Rücken. Sie ist unendlich wichtig auf ihrem Weg in die Welt.

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Hannelore Faulstich-Wieland: Die neue Koedukation

?Alte? Koedukation, Mädchenarbeit, Jungenarbeit - getrennte Felder

Kann man wirklich schon von einer neuen Koedukation sprechen? Noch immer scheint mir eher folgende Beschreibung zuzutreffen:

Offiziell haben wir in allen Bildungseinrichtungen koedukative Formen als Normalfall. Das gilt von den Kindertagesstätten an über die Schulen bis zur außerschulischen Jugendarbeit. In den 80er Jahren entflammte durch die neue Frauenbewegung jedoch Kritik an diesen Formen. Schlagworte dabei waren ?Die Schule macht die Mädchen dumm?, ?better dead than coed? oder ?Jugendarbeit ist Jungenarbeit?. Es entstanden Konzepte für eine eigene ?Mädchenarbeit?. Den Mädchen und jungen Frauen sollten Räume eröffnet werden, in denen sie sich mit ihren Interessen einbringen konnten. Sie sollten sich in Feldern erproben können, in die sie sich sonst nicht hineingetraut hätten. Es galt, sie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Viele Mädchen und Frauen haben von solchen Ansätzen profitiert.
Zunächst änderte dies jedoch wenig am vorherrschenden Geschlechterverhältnis. Provoziert wurde oft sogar ein Geschlechterkampf, der nicht zu gewinnen war. Die Forderung nach Jungenarbeit wurde laut. Anders als in der Mädchenarbeit, die sowohl im Jugendbereich als auch in der Schule entstand, entwickelten sich vielfältige Ansätze von Jungenarbeit in der außerschulischen Bildung. Die Schule erreichen sie erst allmählich.
Im Mainstream sowohl der Schule wie der Jugendarbeit sind dies dennoch eher nur Randerscheinungen. Ihre Ansätze, wie die durch sie gewonnenen Erkenntnisse, verschwinden hinter der allgemein vorherrschenden Meinung, es gäbe zwar vielfältige Probleme, die Geschlechterfrage sei jedoch dabei kein vordringliches. Im Gegenteil, eigentlich bemühe man sich im allgemeinen erfolgreich, niemanden zu benachteiligen und den Interessen von Mädchen und Jungen gerecht zu werden.
Die Pädagoginnen und Pädagogen, die sich besonders um Mädchen oder besonders um Jungen kümmern, bleiben im negativen Fall eher isoliert und geduldet. Im positiven Fall werden sie als ?political correct? wertgeschätzt und mit Spielwiesen und Nischen ausgestattet. Untereinander bilden sie nicht einmal ein gemeinsames Kollektiv. Mädchenarbeit läuft getrennt von Jungenarbeit. Jungenarbeit läuft getrennt von Mädchenarbeit. Ein Austausch über die jeweiligen Konzepte findet so gut wie nicht statt. So verwundert es auch nicht, dass koedukative Formen noch immer selten im Blick sind.
Lotte Rose und Albert Scherr konstatieren folglich: ?Modelle für eine koedukative soziale Arbeit unter qualitativ neuen, nämlich geschlechtsbewussten Vorzeichen blieben bisher aus? (Rose/ Scherr 2000, S. 71).

Kritik der bisherigen Ansätze - doing gender Die getrennte Arbeit mit Mädchen bzw. mit Jungen hat zweifellos positive Ergebnisse erbracht: Wir wissen mittlerweile sehr viel mehr über die Lebenslagen von Mädchen, ihren Interessen, Wünschen und Ängsten. Allmählich lernen wir auch mehr über die der Jungen. Zugleich hat die getrennte Arbeit mindestens zum Teil dazu beigetragen, dass wir heute noch nicht weiter sind. Rose und Scherr zeigen, wie die Bilder von den privilegierten Jungen und den benachteiligten Mädchen die Arbeit behindern können. Sie machen Mädchen zu Opfern, Jungen zu Tätern. Beides trifft aber so einfach nicht zu. Verkannt wird, dass Jugendliche aktiv an der Gestaltung ihrer Lebensverhältnisse beteiligt sind. Verkannt wird auch, dass wir die Bedeutung von Geschlecht in unseren alltäglichen Interaktionen immer wieder herstellen. Es kommt nicht in erster Linie darauf an, nach Unterschieden zwischen den Geschlechtern zu suchen. Vielmehr benötigen wir Kenntnisse über die Mechanismen, mit denen diese Unterschiede hergestellt werden. Junge Männer, die laut und fordernd ihre Interessen vertreten, erreichen damit im allgemeinen ihr Ziel. Junge Frauen, die das gleiche tun, laufen Gefahr, als ?unweiblich? angesehen zu werden - ihr Geschlecht zu verlieren. Ein junges Mädchen, das raumgreifend und breitbeinig ein Sofa im Jugendzentrum einnimmt, riskiert, angemacht oder niedergemacht zu werden. Dieses sind nur auffällige Muster, die meisten ?doing gender? Prozesse verlaufen wesentlich subtiler. Theoretisch sind wir inzwischen in der Geschlechterforschung nämlich zu der Erkenntnis gelangt, dass man nicht ein Geschlecht ?hat?, sondern das Geschlecht ?tut?. Einmal bei der Geburt einem der beiden Geschlechter zugewiesen, lernen wir sehr schnell, in unseren Aktionen und Reaktionen sicherzustellen, dass dieses Geschlecht erkennbar ist. Unsere Gesellschaft kennt nur zwei Geschlechter, obwohl von den biologischen Kriterien, die zur Geschlechtsbestimmung herangezogen werden, eine Vielzahl von Geschlechtern möglich wäre. Fast jeder hat schon einmal die irritierende Situation erlebt, in der man das Geschlecht des Interaktionspartners nicht identifizieren konnte. Man weiß dann nicht genau, wie man sich verhalten soll. Das zeigt uns sehr deutlich, wie wir im alltäglichen Umgang unser Geschlecht ebenso wie das der anderen herstellen. Normalerweise sind wir darin so gut, dass uns die Erkennungsleistung ebenso wenig wie die Inszenierungsleistung auffällt. Für eine geschlechtersensible Arbeit folgt daraus, dass sie nicht allein in geschlechtshomogenen Gruppen erfolgen kann. Sie braucht neue koedukative Formen. Praktische Ansätze koedukativer Arbeit Es gibt inzwischen einige wenige Berichte über geschlechtersensible Arbeit, die Mädchen und Jungen einbezieht. Sie findet sich am ehesten im Bereich des Kindergartens oder der Grundschule. Und: sie wird angestoßen und durchgeführt von Pädagoginnen aus Mädchenprojekten. Margitta Kunert-Zier (2000), die über ?Geschlechtsbewusste Pädagogik und Professionalität? promoviert, berichtet von drei Projekten: In einem Kölner Kindergarten gingen die Erzieherinnen der Frage nach, welches Vorbild sie für partnerschaftliches und gleichberechtigtes Verhalten darstellten. Sie beobachteten die Kinder eine Zeitlang sehr genau. Dabei achteten sie insbesondere auf Situationen, in denen Mädchen und Jungen gern und kooperativ miteinander spielten. Besonders wichtig waren auch Situationen, in denen Mädchen und Jungen ihre Konflikte selbst lösten. Umgesetzt wurden die gewonnenen Erkenntnisse dann in neue Arrangements im Kindergarten. So wurde die Puppenecke zu einem attraktiven Wohnbereich. Die Bauecke wich Bauprojekten mit ungewöhnlichen und ?belebten? Materialien. Mädchen und Jungen entwickelten einen deutlich egalitäreren Umgang miteinander. In einem Gießener Brennpunkt startete ein dort existierendes Mädchenprojekt die Neuplanung und Gestaltung eines Spielgeländes durch Mädchen und Jungen. Im Prozess wurde darauf geachtet, dass Mädchen neue Erfahrungen im Umgang mit Baumaterialien und Technik machen konnten. Jungen erfuhren eine umgekehrte Geschlechterhierarchie, weil Pädagoginnen das Projekt leiteten. Es entstand ein attraktives Gelände, mit dem sich beide Geschlechter identifizierten. Dadurch gab es keinen Vandalismus mehr und die Siedlung wurde aufgewertet. Ein Neuköllner Mädchentreff in Berlin richtete ?Jungentage? ein, um den Jugendlichen ein positives Bearbeiten von Freundschaft und Partnerschaft zu ermöglichen. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Verhalten der Jungen ermöglichte beiden Seiten, sich besser kennen zu lernen. An der Laborschule in Bielefeld wurde ein Projekt durchgeführt, bei dem im Grundschulbereich ein veränderter Umgang von Mädchen und Jungen ermöglicht werden sollte. Unter dem Titel ?Was Sandkastenrocker von Heulsusen lernen können? sind die verschiedenen Ansätze veröffentlicht worden. Dazu gehörte unter anderem ein Projekt ?Haushalts-Pass?. Sowohl Mädchen wie Jungen mussten Tätigkeiten erlernen, die sie im Haushalt brauchen können: kochen, bügeln, saubermachen, usw. Außerdem sollten sie ihre Eltern und Verwandten interviewen, sie fragen, wer die Hausarbeit macht, u.ä. Man kann sich leicht vorstellen, dass in diesem Projekt viele neue Lernprozesse angestoßen wurden. In einem EU-Projekt ?Gleichheit teilen - Partageons l?Ègalité - Gläichheet delen? sind Fortbildungskonzepte entstanden, um gemeinsam mit Mädchen und Jungen neue koedukative Formen zu erproben (Bundesministerium ... 1999). Worauf kommt es an? Reflexive Koedukation - wie ich die neuen Formen von Koedukation genannt habe (Faulstich-Wieland 1991) - kann durchaus auf vielfältige Erfahrungen zurückgreifen. Es ist zweifellos keine einfache Anforderung, die damit an Pädagoginnen und Pädagogen gestellt wird. Das Geschlecht betrifft einen wesentlichen Teil unserer Identität, unseres Selbstverständnisses. Wir haben Vorstellungen davon, was normal oder ?natürlich? sei. Wir haben eigene ?Arrangements des Geschlechts? getroffen. All diese Dinge könnten infrage gestellt sein, wenn man sich mit den existierenden und den wünschenswerten Geschlechterverhältnissen befasst. Geschlechtersensible Arbeit geht ?unter die Haut?. Dies zu erkennen ist wohl ein wichtiger erster Schritt. Doing gender ist zugleich ein ständiger Vorgang, und eben einer, der uns in der Regel nicht bewusst ist. Die Reflexion des Verhaltens - des eigenen, des der Kolleginnen und Kollegen, aber auch des der Kinder und Jugendlichen - sollte nicht aus einer Anklage- oder Schuldperspektive heraus geschehen. Differenzen, Ungleichheiten, Inszenierungen, Herstellungspraktiken wahrzunehmen erfordert Toleranz und Offenheit. Nur auf dieser Basis sind Veränderungen möglich. Man kann einige Aspekte zusammenstellen, die helfen, reflexive Koedukation zu verwirklichen. Sie betreffen Hinweise auf Gruppenzusammenstellungen, Vorschläge für inhaltliche Ansätze und schließlich eine Warnung für Fortbildnerinnen und Fortbildner: Barrie Thorne (1993) - die lange Jahre Kinder in Schulklassen beobachtet hat - schlägt fünf Möglichkeiten vor, wie kooperative Beziehungen zwischen Mädchen und Jungen zu fördern sind: 1. Gruppenbildungen sollten nicht ohne besondere Begründungen nach Geschlecht oder Ethnie als Kriterien erfolgen. 2. Kooperatives Verhalten sollte unabhängig von sozialen Kategorien gestärkt und gefördert werden. 3. Wann immer möglich, sollten Schülerinnen und Schüler in kleinen, heterogenen und kooperativ arbeitenden Gruppen organisiert werden. 4. Der Zugang der Kinder zu allen Aktivitäten sollte gewährleistet werden. 5. Stereotypisierungen und Machtdemonstrationen sollten aktiv bearbeitet werden. Inhaltlich sollten Medien in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine zentrale Rolle spielen. Medienerfahrungen gehören heute zu den Alltagserfahrungen nahezu aller Kinder und Jugendlichen. Die Geschlechterbilder in den meisten Medien verstärken in der Regel geschlechtsstereotype Vorstellungen und sorgen nicht für egalitäre Entwicklungen. Insofern bietet sich ?Medienarbeit? in doppelter Hinsicht an: Zum einen stoßen Gespräche über Medienerfahrungen bei Kindern und Jugendlichen auf großes Interesse, weil ihre Erfahrungen damit zugleich ernst genommen werden. Zum anderen bieten diese Erfahrungen vielfältige Ansatzpunkte, um das dort gezeigte Verhalten mit dem im konkreten Alltag erlebten zu vergleichen. Koedukative Situationen sind dafür besonders geeignet, weil nur in ihnen Jungen von Mädchen hören können, wie sie das Gesehene einschätzen und beurteilen - und umgekehrt. Medienarbeit kann aber auch bedeuten, eigene Medienerzeugnisse herzustellen - dies bietet ebenfalls Ansätze für ?untypische? Erfahrungen und hilft zugleich, die Medien zu entmystifizieren. Überhaupt sind partizipative Ansätze besonders geeignet, soziale Prozesse und Selbstwirksamkeitserfahrungen zu stützen. Diese können auch unter Genderaspekten gesehen werden. In allen Bildungseinrichtungen lässt sich fragen ?wie kann .... gestaltet werden, um Mädchen und Jungen gerecht zu werden?? Wenn die Antwort nicht von den Pädagoginnen und Pädagogen vorgegeben wird, sondern mit den Kindern und Jugendlichen erarbeitet wird, wird das eine sehr produktive reflexive Koedukation. Zum Schluss die Warnung an die Fortbildnerinnen und Fortbildner, die geschlechtersensible Konzepte an die Praktikerinnen und Praktiker bringen wollen: Diese sind Expertinnen und Experten für ?ihre? Jugendlichen und in der Regel auch an deren Wohl orientiert. Ein Überstülpen von Ansätzen, die schon wissen, wie ?richtige geschlechtsbewusste Arbeit? aussehen muss, verspielt die Möglichkeiten gemeinsamer Entwicklungen. Anzusetzen an dem pädagogischen Selbstverständnis dieser Kräfte und dieses zu sensibilisieren für Genderfragen, scheint der geeignete Weg (Raschke/ Zieske 2000, S. 63).

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Autorinnen und Autoren des Heftes

  • Alexander Bentheim, Hamburg
    Diplompädagoge, Bildungsreferent
  • Dr. Eugen Drewermann, Paderborn
    Katholischer Theologe und Psychotherapeut
  • Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, Hamburg
    Professorin, Fachbereich Erziehungswissenschaften
  • Elisabeth Glücks, Petershagen
    Diplompädagogin, Heilpraktikerin
  • Urs Hofmann, Zürich
    Pädagoge, Geschäftsführer des Vereins "mira"
  • Jens-Peter Kruse, Hannover
    Diplompädagoge, Diakon
  • Dr. Erich Lehner, Wien
    Theologe und Psychoanalytiker
  • Dr. Gaby Lenz, Kochel
    Professorin für Sozialwissenschaften in der Soz. Arbeit, Erziehungswissenschaftlerin, KSFH München, Dipl.Soz.Päd. (FH)
  • Jürgen Reifarth, Neudietendorf
    Studienleiter für politische Jugendbildung an der Evangelischen Akademie Thüringen
  • Martin Rosowski, Kassel
    Geschäftsführer des Männerwerks der EKD
  • Ursula Runschke, München
    Pastoralpsychologin (DGfP), Supervisorin
  • Dr. Uwe Sielert, Kiel
    Professor an der Universität Kiel
  • Volker Steinberg, Kaiserslautern
    Referent im Landesjugendpfarramt
  • Dr. Reinhard Winter, Tübingen
    Dr. rer.soc., Diplompädagoge
  • Dr. Jörg-M. Wolters, Tübingen
    Erziehungswissenschaftler

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